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Der
Hinduismus - Religion oder Lebenseinstellung?
direkt zu: Hinduistische Symbole
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Die
Europäer bezeichnen mit dem Namen: Hinduismus die religiösen,
kulturellen, sozialen, politischen und philosophischen
Vorstellungen, die in der Gesamtheit die Lebensweise der Indern
bzw. auch der Nepali bestimmen.
Die Hindus
nennen ihre religiöse Tradition die
"ewige
Ordnung"
= sanãtana
– dharma.
Diese
Tradition = Religion besteht seit mehr als 5000 Jahren, ist
somit die älteste Religion der Welt und besteht – als Vergleich
– ebenso lange wie die ungebrochene kulturelle Entwicklung
Chinas.
Wie Vielen
bekannt, verbreitete sich der Hinduismus weit über Indien
hinaus. Bis zum 13. Jahrhundert wurde er zur stärksten
religiösen Kraft in Süd-Ost Asien. Später
dann, verbreitete sich der Hinduismus auch im Westen: in
Ostafrika, auf den Westindischen Inseln, in Europa und den
Vereinigten Staaten.
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Der klassische wie auch zugleich der moderne Hinduismus erhielt
seine charakteristische Gestalt nach der Periode der
Upanishaden.
Die
Grundlage des modernen Hinduismus ist – zumindest theoretisch –
die vedische Religion.
In
Wirklichkeit ist er aber "nur"
ein Hauptfaktor in einer langen, sich stringent
weiterentwickelnden, kulturellen Synthese.
Der Hinduismus hat sich – wie übrigens auch alle anderen
Religionen – synkretisch entwickelt.
Die
arischen Volkstämme wanderten aus der kaukasischen Steppe im
zweiten Jahrtausend v. Chr. Richtung des indischen Subkontinents
und brachten dabei die vedische Religion mit.
Einige der
Stämme ließen sich in Anatolien nieder, andere im Iran, in
Nordwest-Indien, in Griechenland, Italien und Westeuropa. In
einer ersten Welle erreichten die Arier Indien um 1700 v. Chr.
(Später, bis etwa 800 v. Chr. folgten zahlreiche weitere
Einwanderer – Wellen).
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Die hellhäutigen Arier fühlten sich den dunkelhäutigen
Eingeborenen als weit überlegen, dennoch ist Fakt, dass die
einheimische, dravische und die Industal – Kultur weitaus höher
entwickelt war!
Ging es aber um Waffen und Kriegshandwerk, waren die arischen
Eindringlinge stets im Vorteil.
Einige der vedischen Vorstellungen haben sich im Hinduismus der
Gegenwart erhalten – aber es bestehen auch deutliche
Unterschiede:
In der vedischen Religion bildeten die Priester die herrschende
Klasse, es gab keine Tempel oder Götterbilder und der Aspekt der
persönlichen Hingabe fehlte.
Obwohl in einigen verdischen Kultgemeinschaften die
Phallusverehrung einen großen Stellwert hatte, waren die
Priester gegen diesen Aspekt.
(Später dann trat dieser Aspekt im hinduistischen Shiva – Kult
in den Vordergrund).
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Der Hinduismus oder besser: die Hindutradition ist eine
Verbindung zahlloser religiöser Vorstellungen, Kultformen,
Bräuchen und Riten.
Der Hinduismus kann streng genommen nicht als "eine" Religion
bezeichnet werden. Er hat weder Stifter, noch eine
Priesterschaft (zur Festlegung und Bewahrung von Dogmen), noch
eine zentrale Organisation.
Margaret Stutley
schreibt in ihrem Buch: Hinduismus –
eine Einführung in die große Weltreligion:
"Je nach
Verstandesebene des einzelnen Gläubigen können die unzähligen
Gottheiten, Mythen, Riten und Symbole auf unterschiedliche Weise
gedeutet werden und so könnte man sagen, dass der Hinduismus
allen Menschen alles sein kann."
Damit hat
sie wahrlich Recht. Man könnte auch sagen:
Der
Hinduismus bietet jedem Individuum seine eigene individuelle
Möglichkeit der Interpretation, Anschauung und Umsetzung. So wie
jede Seele einzigartig ist, ist auch jede „individuelle
Glaubensform“ einzigartig. Dennoch gehören alle Seelen zusammen
– dennoch finden alle „individuellen Glaubensformen“ in einem
"endgültigen
Gefäß"
zusammen.
Auch wenn
jeder seinen eigenen Weg geht (gehen muss), das Ziel ist für
Alle gleich.
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Hinduistische
Symbole |
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Bindi (aus dem Sanskrit = Tropfen oder Punkt)
Das Bindi ist ein aufgemalter (oder aufgeklebter) Punkt genau
zwischen den Augenbrauen. Ursprünglich ist es das Zeichen
verheirateter Frauen. Das Zeichen soll nicht nur die Frau,
sondern auch ihren Eheman (Sriman) schützen.
Während früher das Bindi ausschließlich den verheirateten
Frauen vorbehalten war, trägt es heute (zumindest in Nepal)
fast jeder. Sozusagen als Schmuck. Eine verheiratete Frau
geht jedoch nicht ohne das Bindi auf die Straße. Die Farbe
ist traditionell rot.
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Klassisches Bindi |
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Linga oder
Lingam
(aus dem Sanskrit = Zeichen, Symbol)
Das Linga ist ein
Symbol, welches direkt in Verbindung mit der Hindugottheit
Shiva steht. Assoziiert wird das Linga mit der
männlichen Schöpferkraft. Es wird häufig als Phallussymbol
interpretiert.
Allerdings ist nicht ganz klar, ob das Linga nicht eher aus
der Symbolik eines vor-hinduistischen Steinkultes stammt.
Bekannt ist, dass die Hindus das Linga nicht im
Bewusstsein Shivas Phallus vor sich zu haben verehren.
Der säulenartige Lingam wird Swayambuh (wörtlich:
selbstseiend) genannt. Daneben gibt es das dreiteilige Linga,
auf einem Sockel stehend. In den Tempelbezirken findet man
häufig den Dreiteiligen, eine Kombination aus Linga und der
Yoni am oberen Teil des Sockels. Yoni wird häufig als
weibliches Prinzip des Göttlichen verstanden und als
weibliches Geschlecht (als Gegenpol zum vermeintlichen
Phallus) verehrt.
Geheiligt werden beide Symbole durch den Ritus des
Übergießens mit "reinen" Substanzen wie Ghe (geklarte
Butter), Sandelholzöl, Wasser oder Milch. Diese "reinen
göttlichen" Substanzen werden "Prasad", reine göttliche
Nahrung" genannt. |
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Shiva Lingam
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Mandala
(Sanskrit = Kreis)
Das Mandala
bezeichnet eine kreisförmige oder quadratische Form. Sie
werden im Hinduismus, aber auch im Buddhismus zu religiösen
Zwecken genutzt. Jedes Mandala verfügt über eine eigene
Symbolik. Bestimmte Formen und Farben sollen Bereiche der
Psyche stimulieren. Man könnte ein Mandala auch als eine Art
der Meditationshilfe interpretieren. |
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Mandala in Kirtipur
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OM
oder AUM
OM ist eine Silbe aus dem Sanskrit. Sie gilt
allen Hindus, Buddhisten und Jainas als heilig.
Der (richtige) aussprachliche Klang der Silbe entspricht
nach dem Verständnis der Hindus dem transzendenten Urklang,
aus dessen Vibrationen das gesamte Universum entstanden ist.
OM bezeichnet die höchste Gottesvorstellung, das formlose
Brahman. OM umfasst alle sichtbaren und unsichtbaren
Bereiche der Schöpfung. Die Silbe ist das heiligste Symbol
der hinduistischen Metaphysik. Auch symbolisiert OM die
Hindu "Trimurti" Brahma, Vishnu und Shiva.
OM
ist Alles - auch in den
"Zuständen": Wachsein, Träumen, Tiefschlaf und innerer Ruhe.
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OM (Ausschnitt vom Tempel in
Pashupatinath)
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Swastika
(Sanskrit = das zum Gutsein gehörende;
Glücksbringer)
Das Symbol drückt die Dynamik von: Wiedergeburt,
Fruchtbarkeit, Zeugung oder der Fruchtbarkeit des Lebens
aus.
Im Hinduismus / Buddhismus steht das Swastika nie auf dem
Kopf!
In der Regel wird das Swastika als rechtsdrehend
dargestellt. Die vor-buddhistsiche Bön - Religion zeigte das
Swastika linksdrehend.
Das Swastika wird auch als Sonnenrad bezeichnet.
Die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole ist
mit allen nationalsozialistischen und verfassungswidrigen
Organisationen in Deutschland, und weiteren Staaten seit
1945 verboten. Für den friedlichen Glaubensausdruck und
wissenschaftliche, dokumen-tarisch-informative oder sonstige
aufklärende Zwecke dürfen Hakenkreuze weiterhin gezeigt
werden.
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Swastika-Mandala in Kirtipur
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Tilaka
(sanskrit = Zeichen, Markierung)
Tika (Hindi)
Tikas sind die verschiedenen Segenszeichen, die
Hindus oft auf ihrer Stirn tragen. Der Punkt, der meist aus
roter Farbe besteht, wird auf die Stirn getupft. Häufig wird
das Tika auch zu besonders feierlichen Anlässen gespendet.
So etwa zu
Bhai Tikka (Tihar).
Außer als Punkt kann es als waagerechter oder senkrechter
Strich aufgebracht werden. Einige Tikas weisen auf eine
entsprechende Religionszugehörigkeit hin. Die Anhänger
Shivas tragen das Tika in Form von drei waagerechten
Strichen. Die Verehrer Vishnus tragen ein U - ähnliches
Zeichen. Alle die Gottes weibliche Form (Shakti) verehren,
bevorzugen den roten Punkt.
Entgegen landläufiger Meinung sind die verschiedenen Tikas
kein Kastenzeichen!
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Prasanta Bhai trägt anlässlich
Bhai Tikka ein besonders feierliches Zeichen
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Yantra
(Sanskrit; von yam = stützen, erhalten)
Diese rituellen Diagramme werden im Hinduismus und im
Tantrismus zur Meditation verwendet. Ein Yantra ist die
Repräsentation des Göttlichen. Es kann als physischer
Ausdruck eines Mantras verstanden werden. Während das Mantra
das Göttliche in Form eines Lautes darstellt, repräsentiert
das Yantra das Göttliche durch eine geometrische Form.
Den Anhängern der Shakti (weiblicher Aspekt des Göttlichen)
ist das Yantra besonders wichtig. Das Zeichen stellt den
formlosen Aspekt der Göttin dar. Yantras sind immer rein
geometrische Figuren (im Unterschied zu Mandalas, die auch
ikonische Elemente beinhalten können).
Alle Yantras werden von so genannten Mauern umschlossen -
die innere Darstellung variiert häufig stark.
Das Shri Yantra ist die bekannteste Form. Sie enthält neuen
ineinander verschlungene Dreiecke, von denen vier Shiva und
fünf Shakti repräsentieren.
Das Yantra ist neben dem Mantra und dem Tantra einer der
drei Pfade der hinduistischen Spiritualität. Yantra steht
für den Pfad der losgelösten Handlungen, Mantra für den Pfad
der Erkenntnis und Tantra für den Pfad der Hingabe.
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Das Shri - Yantra
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