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Mahakala - die
zornesvolle Gottheit

Mahakala ist eine buddhistische Gottheit Tibets.
Als eine so genannte zornesvolle Gottheit ist er typisch als
Beschützer
der buddhistischen Lehre (Dharma).
Wie viele andere tibetischen Gottheiten auch, ist er aus dem Pantheon
des Hinduismus übernommen worden.
Dort gilt Mahakala als zornesvolle Erscheinungsform des Shiva.
Im Tibetischen heißt Mahakala: mgon po
nag po (Gönpo Nagpo).
Die Bezeichnung Mahakala kommt aus dem Sanskrit und bedeutet:
Maha = groß, kala= Zeit.
Im Nepalesischen gibt es drei verwandte Worte:
Kalaha = Streit, Disput
Kala = Kunst, Handwerk, Technik
Kal = Zeit, Zeitalter, Alter, Tod
Hinzu kommt das Wort: kalo = schwarz.
Üblicherweise wird Mahakala mit "der große Schwarze" übersetzt – wobei
"schwarz" zumindest eine Affinität zu Tod und Disput hat. Eine
Übersetzung mit: "großer Künstler" oder "großer Handwerker" ist zwar
unüblich, hat jedoch – dem Wesen der seiner Erscheinungsform nach –
sicherlich auch eine Berechtigung.
Der zornvolle Aspekt des Mitgefühls des Bodhisattvas Avalokiteshvara (tib.
Chenresig) erscheint im tibetischen Buddhismus als Mahakala.
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linkes Bild: Mahakala
rechtes Bild: Avalokiteshvara (Chenresig) |
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[Avalokiteshvara ist der Buddha des
bedingungslosen Mitgefühls. Seine einzige Aufgabe besteht darin, alle
fühlenden Wesen bei der Befreiung von ihrem Leid zu unterstützen. Dies
tut er mit seinem sanftmütigen, mitfühlenden Wesen. Doch nicht jedem
kann mit friedlichen Methoden geholfen werden! In diesem Fall nimmt
Avalokiteshvara eine zornesvolle, zerstörerische Gestalt an, die
jedoch auch als Ausdruck des reinen Mitgefühls verstanden werden muss.
Er wird zu Mahakala – dem "großen Schwarzen".]
Was wird
zerstört?
Wenn von Zerstörung aus reinem Mitgefühl gesprochen wird, soll
darunter die Zerstörung des selbstzerstörerischen Ichs, das an einer
Welt der Illusionen anhaftet, verstanden werden. Gleichermaßen geht es
um die Überwindung des Ichs in Bezug auf das leidvolle Handeln gegen
sich selbst und gegen andere.
Die "Entstehung" von
Mahakala
Um der Verwirrung des Geistes entgegen zu treten, schuf
Avalokiteshvara sich selbst als zornesvoller Mahakala.
Um dies zu bewerkstelligen, stieß er (Avalokiteshvara) die
"dunkelblaue Silbe HUM" aus und verwandelte sich so in den dunklen,
kraftvollen Beschützer.
Dieser Beschützer (der jetzt als Mahakala in Erscheinung tritt) dient
dem Gläubigen einzig und allein zur Beseitigung von störenden
Einflüssen und dem Schutz vor äußeren, inneren und geheimen
Hindernissen auf seinem Weg.
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Die
Silbe HUM (HUNG).
Sie ist das Vajra des Geistes. |
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In der Vorstellung des Buddhismus
bezähmt Mahakala den Geist und bereichert ihn mit Weisheit.
Er zieht gute Bedingungen an und zerstört (!) alles Hinderliche.
Mahakala soll alle ehrlich gemeinten Wünsche erfüllen, sofern sie
letztendlich das Bestreben nach Befreiung unterstützen.
Sein Auftreten als Zerstörer wird dadurch erkennbar, das seine
Methoden grob und heftig sein können. Sie zeugen von
Kompromisslosigkeit und Schnelligkeit. Seine große Autorität fordert
vom Gläubigen persönliche Opfer.
Mahakala im
Bild (Ikonographie)
In der buddhistischen Malerei gibt es bestimmte Formen und
Gesichtsausdrücke, an denen man Darstellungen von Dämonen erkennen
kann. Mahakalas Gesicht weißt genau diese Attribute auf.
Jedoch: Er sieht aus wie dein Dämon – ist aber keiner!
Als ein sicheres Erkennungszeichen,
das Mahakala kein Dämon ist, gilt das dritte Auge (Weisheitsauge)
mitten auf seiner Stirn. Sein Kopf hat gewöhnlich drei heraustretende
Augen mit denen er in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft blickt.
Seine Augenbrauen bestehen aus kleinen Flammen und sein Bart hat eine
hakenähnliche Form.
Die Krone zieren fünf Totenköpfen; sie symbolisieren die fünf
Geistesgifte: Gier, Zorn, Unwissenheit, Stolz und Eifersucht.
Mahakala wird in bis zu 75(!)
Erscheinungsformen gezeigt, die zwei bis 16 Arme haben können.
Es ist der 6-armige Mahakala, der in der Regel als direkte
Erscheinungsform des Avalokiteshvara angesehen wird.
Die 75 Erscheinungsformen
symbolisieren unterschiedliche Emotionen. Mahakala wird auf vielen
Bildern zusammen mit seiner Gefährtin Palden Lhamo dargestellt.
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