nepalwelt von A - Z

Home

Termine & News

Basisinfos

Reisealphabet

Trekking

Reiseberichte

NEPALTREFFEN

Lesen & Hören

Fotoalben

Interessantes aus
der Nepalwelt

Wer ist Wer  
& Was ist Was?

Links

Kontakt

Impressum

Disclaimer

 



 



 

 





 








 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








 

 

Panauti - Die Mythologie der Altstadt




Der Name "Panauti" ist eine Abwandlung des Sanskrit-Wortes “Purnamati“ und bedeutet so viel wie:
Ganzheit, Vollständigkeit.

Die außergewöhnliche Atmosphäre der Altstadt wird durch die traditionellen Newari-Häuser mit ihren Vor- und Hinterhöfen, Tempeln und Monumenten geschaffen. Die typischen Schnitzereien an den Dächern und Fenstern beweisen eine hohe Kunstfertigkeit.

 

 

 

 

 

 









 

Wie häufig in von den Newaris dominierten Städten und Orten, sind auch hier die Straßen und Wege mit den rot-braunen Ziegelsteinen gepflastert. Überall in der Altstadt laden die öffentlichen Rastplätze (satal) zum Verweilen ein.

Der kulturelle Reichtum dieser Stadt, die am Zusammenfluss des Roshimati, Punyamati und Lilamati liegt, vermittelt ein Gefühl von Harmonie. Mitten in der Altstadt befindet sich der schöne Indreshwar Mahadev Tempel – er ist der älteste Hindu Tempel in ganz Nepal. Dieser Pagodentempel ist das religiöse Zentrum dieser Gegend. Hunderte von Gläubigen beten hier Tag für Tag um Rettung und Befreiung aus dem irdischen Leid.

Historische Fakten
Die Stadt Panauti wurde zwischen 750 und 1200 v. Chr. gegründet. Die Legende wird da konkreter und nennt das Jahr 1082 v. Chr. als Gründungsdatum – zur gleichen Zeit, als auch Bhota (Banepa) und andere Städte in dieser Gegend entstanden.
In den Jahren 1274 bis 1307 herrschte Ananda Malla in dieser Region – durch seinen Einfluss wurde Panauti maßgeblich geprägt. Im Jahr 1295 begann der Bau des Indreshwar Mahadev Tempels – auf Veranlassung der königlichen Prinzessin Virammadevi. Diese Prinzessin entstammte der Bhota-Dynastie und war die Witwe Jayadityas (1238 – 1293). Ihr wird auch die Grundsteinlegung zum Bau des Nandi Tempel in Pashupatinath sowie die Rekonstruierung des Tempels von Changu Narayan zugeschrieben.

Die Herrscher der Bhota-Dynastie waren eng mit Panauti verbunden; die Hochzeit ihres Wirkens wird auf das 14. und 15. Jahrhundert datiert. Zu Zeiten des Yaksya Malla gab es hervorragende Beziehungen mit dem Kaiserreich China.

Während der Herrschaft des Ranajit Malla kam Panauti, wie auch die umliegenden Ortschaften unter die Herrschaft von Bhadgaun (heute Bakthapur).

[Malla = Herrscherdynastie in Nepal; die frühen Malla Könige regierten von ca. 1200 – 1482.
Darauf folgte die Epoche der der drei Malla Reiche (1482 – 1768).
Die Zentren dieser Reiche waren: Kathmandu (Sanskrit Kantipura), Patan (Sanskrit Latitapura)
und Bhatgaon (Sanskrit Bakthapura)].

Besonders während der 1. Malla Epoche unterhielten die Bewohner Panautis gute Beziehungen zu den Menschen, die sich rund um den Kailash (West-Tibet) angesiedelt hatten. Wie bekannt, ist der "Weltenberg Meru" (Kailash) der Wohnsitz Shivas.

Die Künstler die Panauti hauptsächlich mitgestalteten, kamen aus der indischen Gupta und Kushan Dynastie. Einige von ihnen wurden zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert nach Tibet eingeladen um dort Schriftrollen und Wandbilder zu malen. Noch heute können einige dieser Kunstwerke im Brahmayani Tempel von Panauti bewundert werden.


Das Shiva Lingam von Panauti

Der Indreshwar Tempel in Panauti ist einer der Shiva Tempel im Kathmandu Tal, in dem sich ein Chaturmukh = Lingam mit vier Gesichtern befindet. Dieses Lingam ist unter dem Namen "Jayaswara", das bedeutet "siegreicher Herr" bekannt. Das Lingam ist eines der wichtigsten Symbole der Hindugottheit Shiva. Dabei handelt es sich um eine einfache, oben abgerundete kleine Säule. Häufig sind diese Säulen an ihrem Scheitelpunkt vergoldet.
Die vier Gesichter des Chaturmukh symbolisieren die vier Himmelsrichtungen (Mukhaligams).

Mahadeva = Osten
Nandivaktra = Westen
Agora = Süden
Umavaktra = Norden


Der Schaft des Lingams selbst ist die fünfte Richtung oder das Zentrum und symbolisiert nach hinduistischer Weltanschauung den formlosen und absoluten Kosmos (Sadasiva). Diese besonders heiligen Symbole finden sich im Indresvhara Tempel in Panauti und gleichermaßen in den Tempeln von Pashupatinath und Changu Narayan.
Die majestätisch anmutende Fassade des Indreshwara Tempels von Panauti öffnet sich nach Westen – während Shiva als Lord Pashupati im Norden verehrt wird.


Der Indreshwar Mahadev Tempel

Dieser dreistöckige Tempel hat einen gemeinsamen – aus mehreren Schichten Holz aufgebauten Sockel. Sechs, im Winkel von 45 Grad geneigte und geschnitzte Säulen (tudals) stützen das Dach. Die tudals sind rund 15m lang und mit Bildnissen von Göttinnen und Göttern reich verziert. Weithin grüßen die goldenen Dächer des Tempels. Dieser Tempel, mit den beiden steinernen Löwen als Wächter, ist ein glänzendes Beispiel der Newar Architektur.

Man geht davon aus, dass diese Bauweise ihren Ursprung im 5. Jahrhundert hat. Der Tempel selbst ist durch drei Tore zu erreichen, die sich nach Süden, Osten und Westen öffnen. Viele kleinere Schreine zieren den Innenhof der Anlage. Innerhalb des Tempelbaus findet man den Unmata Bhairav- den Krishna- und den Ahilya Tempel.

 


Der Tempel der Brahmayani, eine der wichtigsten Göttinnen, wurde im 17. Jahrhundert erbaut und in den Jahren 1982 – 83 mit französischer Hilfe restauriert. Er steht auf der nord-östlichen Seite, über dem Punyamati Fluss.

Der Krishna Narayan Tempel, ein weiterer wichtiger Tempel  - ebenfalls mit wunderschönen Holzschnitzereien verziert, steht in der Nähe des Zusammenflusses der beiden Flüsse Lilamati und Punyamati.

 

Die Legende von Panauti
Wie in den alten vedischen Schriften erzählt wird, steht die große religiöse Bedeutung der Stadt in engem  Zusammenhang mit dem Erscheinen Lord Shivas in Panauti.

Vor langer Zeit lebte und meditierte der vedische Weise Gautam Rishi am Zusammenfluss der beiden Flüsse. Indra, der König der Götter sah Ahilya, die Frau von Gautam Rishi und war so sehr von ihrer Schönheit fasziniert, dass er sie über alles begehrte. Also verkleidete sich Indra als deren Ehemann und verführte sie.

Ahilya aber wollte mit diesem Makel nicht leben und verwandelte sich selbst in einen Stein, den man noch heute im Hof des Tempels sehen kann. Als der Weise (Gautam Rishi) entdeckte was passiert war, belegte er Indra mit einem Fluch. Von nun an sollte Indras Körper über und über mit Yonis (dem weiblichen Geschlechtsorgan) bedeckt sein. Natürlich wurde Indra von diesem Fluch "außer Betrieb" gesetzt. Indra lebte damals mit seiner Frau Indrayani in Nähe der beiden Flüsse.
Schließlich hatten Shiva und Parvati Mitleid mit Indrayani und verwandelten sie in den dritten, unsichtbaren Fluss Padmavati, der nun die beiden sichtbaren Flüsse miteinander verbindet.
Die Jahre gingen ins Land und Shiva beschloss, Indra von seinem seltsamen Problem zu befreien.
Er erschien als großes Lingam und sorgte dafür, dass, als Indra im Fluss badete, die Yonis nach und nach verschwanden und sich in das dritte Auge verwandelten. Die Leute glauben, dass Shiva in Gestalt des Lingam erschien, das heute im Indreshwar Mahadev Tempel steht. Durch das Erscheinen Shivas wurde der Fluss Lilamati zu einem heiligen Ort, einem "Sassi Tirtha", wo die Gläubigen noch heute ein rituelles Bad nehmen.

Es gibt zwei religiöse Ereignisse in Panauti, die eine erhebliche Bedeutung haben. Zum einen ist das die jährliche Prozession im Monat Jesth (Mai/Juni) – also zu Beginn des Monsuns, zum anderen ist es das Makarmela Festival, das alle 12 Jahre (das nächste Mal im Jahr 2010) zu Ehren des Sonnengottes Surya gefeiert wird. Der Zeitpunkt dieses Festival ist genau der Tag, wenn die Sonne in das Tierkreiszeichen des Steinbocks eintritt.

   

Quelle: Auszüge aus einem ursprünglichen Text von Ram Kumar KC

nach oben
zurück zur Übersichtsseite Interessantes aus der Nepalwelt