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Der
Name "Panauti" ist eine Abwandlung des Sanskrit-Wortes “Purnamati“ und
bedeutet so viel wie:
Ganzheit, Vollständigkeit.
Die außergewöhnliche Atmosphäre der Altstadt wird durch die
traditionellen Newari-Häuser mit ihren Vor- und Hinterhöfen, Tempeln
und Monumenten geschaffen. Die typischen Schnitzereien an den Dächern
und Fenstern beweisen eine hohe Kunstfertigkeit.

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Wie
häufig in von den Newaris dominierten Städten und Orten, sind auch
hier die Straßen und Wege mit den rot-braunen Ziegelsteinen
gepflastert.
Überall in der Altstadt laden die
öffentlichen Rastplätze (satal) zum Verweilen ein.
Der
kulturelle Reichtum dieser Stadt, die am Zusammenfluss des Roshimati,
Punyamati und Lilamati liegt, vermittelt ein Gefühl von Harmonie.
Mitten in der Altstadt befindet sich der schöne Indreshwar Mahadev
Tempel – er ist der älteste Hindu Tempel in ganz Nepal. Dieser
Pagodentempel ist das religiöse Zentrum dieser Gegend. Hunderte von
Gläubigen beten hier Tag für Tag um Rettung und Befreiung aus dem
irdischen Leid.
Historische Fakten
Die Stadt Panauti wurde zwischen 750 und 1200 v. Chr.
gegründet. Die Legende wird da konkreter und nennt das Jahr 1082 v.
Chr. als Gründungsdatum – zur gleichen Zeit, als auch Bhota (Banepa)
und andere Städte in dieser Gegend entstanden.
In den Jahren 1274 bis 1307 herrschte Ananda Malla in dieser Region –
durch seinen Einfluss wurde Panauti maßgeblich geprägt. Im Jahr 1295
begann der Bau des Indreshwar Mahadev Tempels – auf Veranlassung der
königlichen Prinzessin Virammadevi. Diese Prinzessin entstammte der
Bhota-Dynastie und war die Witwe Jayadityas (1238 – 1293). Ihr wird
auch die Grundsteinlegung zum Bau des Nandi Tempel in Pashupatinath
sowie die Rekonstruierung des Tempels von Changu Narayan
zugeschrieben.
Die Herrscher der Bhota-Dynastie waren eng mit Panauti verbunden; die
Hochzeit ihres Wirkens wird auf das 14. und 15. Jahrhundert datiert.
Zu Zeiten des Yaksya Malla gab es hervorragende Beziehungen mit dem
Kaiserreich China.
Während der Herrschaft des Ranajit Malla kam Panauti, wie auch die
umliegenden Ortschaften unter die Herrschaft von Bhadgaun (heute
Bakthapur).
[Malla = Herrscherdynastie in Nepal; die
frühen Malla Könige regierten von ca. 1200 – 1482.
Darauf folgte die Epoche der der drei Malla Reiche (1482 – 1768).
Die Zentren dieser Reiche waren: Kathmandu (Sanskrit Kantipura), Patan
(Sanskrit Latitapura)
und Bhatgaon (Sanskrit Bakthapura)].
Besonders während der 1. Malla Epoche unterhielten die Bewohner
Panautis gute Beziehungen zu den Menschen, die sich rund um den
Kailash (West-Tibet) angesiedelt hatten. Wie bekannt, ist der
"Weltenberg Meru" (Kailash) der Wohnsitz Shivas.
Die Künstler die Panauti hauptsächlich mitgestalteten, kamen aus
der indischen Gupta und Kushan Dynastie. Einige von ihnen wurden
zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert nach Tibet eingeladen um dort
Schriftrollen und Wandbilder zu malen. Noch heute können einige
dieser Kunstwerke im Brahmayani Tempel von Panauti bewundert
werden.
Das Shiva Lingam von Panauti
Der Indreshwar Tempel in Panauti ist einer der Shiva Tempel im
Kathmandu Tal, in dem sich ein Chaturmukh = Lingam mit vier
Gesichtern befindet. Dieses Lingam ist unter dem Namen "Jayaswara",
das bedeutet "siegreicher Herr" bekannt. Das Lingam ist eines der
wichtigsten Symbole der Hindugottheit Shiva. Dabei handelt es sich
um eine einfache, oben abgerundete kleine Säule. Häufig sind diese
Säulen an ihrem Scheitelpunkt vergoldet.
Die vier Gesichter des Chaturmukh symbolisieren die vier
Himmelsrichtungen (Mukhaligams).
Mahadeva = Osten
Nandivaktra = Westen
Agora = Süden
Umavaktra = Norden
Der Schaft des Lingams selbst ist die fünfte Richtung oder das
Zentrum und symbolisiert nach hinduistischer Weltanschauung den
formlosen und absoluten Kosmos (Sadasiva). Diese besonders
heiligen Symbole finden sich im Indresvhara Tempel in Panauti und
gleichermaßen in den Tempeln von Pashupatinath und Changu Narayan.
Die majestätisch anmutende Fassade des Indreshwara Tempels von
Panauti öffnet sich nach Westen – während Shiva als Lord Pashupati
im Norden verehrt wird.
Der Indreshwar Mahadev Tempel
Dieser
dreistöckige Tempel hat einen gemeinsamen – aus mehreren Schichten
Holz aufgebauten Sockel. Sechs, im Winkel von 45 Grad geneigte und
geschnitzte Säulen (tudals) stützen das Dach. Die tudals sind rund
15m lang und mit Bildnissen von Göttinnen und Göttern reich
verziert. Weithin grüßen die goldenen Dächer des Tempels. Dieser
Tempel, mit den beiden steinernen Löwen als Wächter, ist ein
glänzendes Beispiel der Newar Architektur.
Man geht davon aus, dass diese Bauweise ihren Ursprung im 5.
Jahrhundert hat. Der Tempel selbst ist durch drei Tore zu
erreichen, die sich nach Süden, Osten und Westen öffnen. Viele
kleinere Schreine zieren den Innenhof der Anlage. Innerhalb des
Tempelbaus findet man den Unmata Bhairav- den Krishna- und den
Ahilya Tempel.
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Der Tempel der Brahmayani, eine der wichtigsten Göttinnen,
wurde im 17. Jahrhundert erbaut und in den Jahren 1982 – 83
mit französischer Hilfe restauriert. Er steht auf der
nord-östlichen Seite, über dem Punyamati Fluss.
Der Krishna Narayan Tempel, ein weiterer wichtiger Tempel -
ebenfalls mit wunderschönen Holzschnitzereien verziert, steht
in der Nähe des Zusammenflusses der beiden Flüsse Lilamati und
Punyamati. |
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Die Legende von Panauti
Wie in den alten vedischen Schriften erzählt wird, steht die große
religiöse Bedeutung der Stadt in engem Zusammenhang mit dem
Erscheinen Lord Shivas in Panauti.
Vor langer Zeit lebte und meditierte der
vedische Weise Gautam Rishi am Zusammenfluss der beiden Flüsse.
Indra, der König der Götter sah Ahilya, die Frau von Gautam Rishi
und war so sehr von ihrer Schönheit fasziniert, dass er sie über
alles begehrte. Also verkleidete sich Indra als deren Ehemann und
verführte sie.
Ahilya aber wollte mit diesem Makel nicht leben und verwandelte
sich selbst in einen Stein, den man noch heute im Hof des Tempels
sehen kann. Als der Weise (Gautam Rishi) entdeckte was passiert
war, belegte er Indra mit einem Fluch. Von nun an sollte Indras
Körper über und über mit Yonis (dem weiblichen Geschlechtsorgan)
bedeckt sein. Natürlich wurde Indra von diesem Fluch "außer
Betrieb" gesetzt. Indra lebte damals mit seiner Frau Indrayani in
Nähe der beiden Flüsse.
Schließlich hatten Shiva und Parvati Mitleid mit Indrayani und
verwandelten sie in den dritten, unsichtbaren Fluss Padmavati, der
nun die beiden sichtbaren Flüsse miteinander verbindet.
Die Jahre gingen ins Land und Shiva beschloss, Indra von seinem
seltsamen Problem zu befreien.
Er erschien als großes Lingam und sorgte dafür, dass, als Indra im
Fluss badete, die Yonis nach und nach verschwanden und sich in das
dritte Auge verwandelten. Die Leute glauben, dass Shiva in Gestalt
des Lingam erschien, das heute im Indreshwar Mahadev Tempel steht.
Durch das Erscheinen Shivas wurde der Fluss Lilamati zu einem
heiligen Ort, einem "Sassi Tirtha", wo die Gläubigen noch heute
ein rituelles Bad nehmen.
Es gibt zwei religiöse Ereignisse in Panauti, die eine
erhebliche Bedeutung haben. Zum einen ist das die jährliche
Prozession im Monat Jesth (Mai/Juni) – also zu Beginn des Monsuns,
zum anderen ist es das Makarmela Festival, das alle 12 Jahre (das
nächste Mal im Jahr 2010) zu Ehren des Sonnengottes Surya gefeiert
wird. Der Zeitpunkt dieses Festival ist genau der Tag, wenn die
Sonne in das Tierkreiszeichen des Steinbocks eintritt.
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Quelle: Auszüge aus einem ursprünglichen Text von Ram Kumar KC
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