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Nepal 2008
Der Tamang Heritage Trail und meine Wege im Langtang
Nagarkot, Nala, Banepa und Dhulikhel

Die Tour

01.10. Flug Frankfurt Kathmandu via Doha
02.10. Ankunft in Kathmandu
03.10. Kathmandu - Boudhanath
04.10. Kathmandu - Thamel
05.10. Fahrt nach Dhunche
06.10. Fahrt nach Syabru Besi - Start des Tamang Heritage Trail
07.10. Gatlang - Tatopani
08.10. Tatopani - Thuman
09.10. Thuman - Syabru Besi
10.10. Syabru Besi
11.10. Syabru Besi - Thulo Syabru
12.10. Thulo Syabru - Shing Gompa (Chandabari)
13.10. Shing Gompa (Chandabari) - Dhunche
14.10. Dhunche - Kathmandu
15.10. Kathmandu
16.10. Kathmandu
17.10. Kathmandu
18.10. Kathmandu - Nagarkot
19.10. Nagarkot
20.10. Nagarkot - Nala - Banepa - Dhulikhel
21.10. Dhulikhel - Kathmandu
22.10. Kathmandu
23.10. Kathmandu
24.10. Kathmandu
25.10. Kathmandu - Rückflug nach Deutschland
26.10. Ankunft in Deutschland
         

Mittwoch, 01.10.08 Flug nach Kathmandu via Doha
"Das Wetter heute: Maximal 15 Grad bei Regenschauer und viel Bewölkung", so tönt es morgens um 5.00 Uhr aus dem Radio. Ich habe soeben die erste Tasse Kaffee des Tages in der Hand und denke:
"Gut, das ich auf dem Weg nach Nepal bin".

Nach drei vergeblichen Versuchen meinerseits am Fahrkartenschalter der Bahn mein Rail & Fly Ticket zu ziehen, braucht meine Frau Britt lediglich einmal den Code für das Ticket ein zu geben und schwupps – spuckt der Automat die Fahrkarte aus. Kurze Zeit später sitze ich zusammen mit meinem ältesten Sohn Jonas im Zug (er muss zu seiner Ausbildungsstelle nach Duisburg) und düse zum Hauptbahnhof nach Essen. 

Ich bin noch nicht lange auf dem Bahnsteig, da trudelt auch schon Klaus aus Gelsenkirchen, bei uns "im Pott" besser als "Schalke – City" bekannt, ein. Klaus und ich werden auch in diesem Jahr wieder zusammen unterwegs sein. Mit 5 Minuten Verspätung setzt sich der ICE in Richtung Frankfurt/Main in Bewegung.
Im Flughafen trennen sich vorerst unsere Wege. Klaus fliegt mit der GULF, ich habe bei Qatar gebucht. Am Gepäckband in Kathmandu werden wir uns wieder treffen. 

Das Einchecken ist kein Problem (man wollte nicht einmal mein E-Ticket sehen; die Vorlage des Reisepasses reichte aus), in Doha habe ich 6 Stunden Aufenthalt. 

         

  

         

nepalwelt.de - Info
Deinen Kaffe oder was auch immer kannst du in Doha problemlos mit Euros (oder auch Dollars) bezahlen. Münzen werden allerdings nicht angenommen und das Wechselgeld bekommst du in der Landeswährung Qatar-Riyal zurück (Stand: 2008).


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Donnerstag, 02.10. Ankunft in Kathmandu
Um Punkt 8.25 Uhr landet die Maschine auf dem Tribhuvan International Airport. Mein Visum hatte ich mir schon zuhause besorgt, schnell ist die Embarcation Card ausgefüllt und schon stehe ich am Gepäckband.
Es dauert keine 5 Minuten und meine Trekkingtasche kommt angerollt.

In der wuseligen Menge entdecke ich auch Klaus (er war eine halbe Stunde früher gelandet als ich) und zusammen dackeln wir in Richtung Ausgang. Draußen, vor dem großen Glasfenster entdecke ich Govinda Bhai und sage und schreibe 20 Minuten nach der Landung stehe ich auf dem Parkplatz vor dem Flughafen. Rekord!

Das Verkehrschaos hält sich in Grenzen; es dauert nicht lange und ich stehe im Hotel unter der Dusche. Kurze Zeit später schnuppere ich schon Thamel-Luft, kaufe mir ein Paar Sandalen und mache mich danach auf den Weg in Govindas Office.
         

   
         

Großes Hallo im Büro. Govindas Frau und drei seiner vier Kinder sind da (wegen des Dasain Festes haben die Kids schulfrei), natürlich sind auch Prasanta (Govindas Schwager der gleichzeitig der Büromanager von HIMATREK ist) und Hari da. Etwas später taucht dann auch noch Govinda II (Cousin von Govinda I) auf – mit ihm bin ich 2006 über den Thorong La gegangen.

"Namaste bhai – timilai kasto chhaa? Tik chhaa?"

Guten Tag Bruder, wie geht es dir? Alles in Ordnung?

Ja, es ist alles in Ordnung – gut so. Meine nepalesische Familie hat mich wieder.

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Freitag, 03.10. In Govindas Office und der Besuch in Boudha
Klaus will noch auf einem der Bürocomputer einen neuen Virenscanner installieren.
Ich nutze die Zeit um einige E-Mails zu schreiben und reichlich aduwa chiaya (Ingwer Tee) zu trinken. 

Den Nachmittag verbringe ich (schon traditionell) in Boudha.
Mit Erstaunen stelle ich fest, dass lediglich die unterste der drei Koras zu begehen ist.

Die Stufen zu den beiden oberen Rundwegen sind mit großen Blumenkübeln versperrt. Grund ist, dass leider viele Besucher (wie mir Govinda sagte hauptsächlich Nepalis) ihren Müll einfach dort fallen lassen wo sie gerade stehen und dass die (relativ breiten) Rundwege als Orte für Familienpicknicks genutzt wurden. Die Verschmutzung der hl. Stätte nahm dermaßen überhand, dass die Flächen gesperrt werden mussten. Sehr schade. Aber die Dummen sterben halt nicht aus. 

Nach meiner Kora mische ich mich noch ein wenig unters Volk und finde mich etwas später in einem der Thanka – Malschulen wieder. Man zeigt mir ein wirklich schöne Stücke mit dem Bild der weißen und grünen Tara - aber der Preis von nahezu 1.000 US$ ist dann doch ein wenig zu viel für meine Reisekasse.

   

 

 

 

 

 

         

Eigentlich wollte ich mir ja (wie ich es sonst jedes Mal tue) meinen Jahresvorrat an Räucherstäbchen in Boudha kaufen. Govinda macht mir aber den Vorschlag, die Stäbchen nach unserem Trek direkt in einer Räucherstäbchen – Fabrik zu kaufen. Diese "Fabrik" liegt ganz in der Nähe von Swayambunath.
Mit diesem Vorschlag bin ich gerne einverstanden. 

         

nepalwelt.de – Info
Gegenüber des Einganges von Swayambunath (Eingang an der Straße nach Kathmandu) liegt ein Kloster. Man kann dort eine der Nonnen fragen, ob die Besichtigung der "Räucherstäbchen-Fabrik" möglich ist. Die Fertigungsstätte liegt ca. 300m links des Klosters (wenn man vor dem Kloster steht, Swayambu also im Rücken hat) in einem, etwas von der Straße abseits liegenden Haus, das durch ein Metall Tor zu erreichen ist. Die Räucherstäbchen werden dort von den Nonnen gefertigt und auch verkauft. Der Erlös kommt dem Kloster zugute

         
Nachmittags sitze ich im Innenhof vor Govinda`s Office (Galkophaka) und beobachte die "Changas",
die kleinen Windvögel, welche die Kinder in Kathmandu – vor allen Dingen auch zu Dasain - gerne fliegen lassen.
         

         
Immer wieder gibt es Stromsperren (Load Shedding) in der Hauptstadt. Damit man weiß woran man ist, sind Zeitpläne erstellt worden an denen man ablesen kann, wann welches Viertel von der Sperre betroffen ist. So können sich – vor allen Dingen die Büros, Haushalte und Geschäfte, die über keinen Generator verfügen, zumindest einigermaßen auf die stromlose Zeit einstellen.

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Samstag, 04.10. Amrita Handicraft Laden/Thamel
Der Amrita Handicraft Laden liegt am Ende von Thamel. Wenn du in Richtung Chhetrapati gehst, vorbei am "Helenas", findest du den Laden auf der rechten Seite, bevor du an die T-Kreuzung kommst.

Dieser Laden hat direkt gegenüber des "normalen" Einganges nochmals Verkaufsräumlichkeiten, die über eine Treppe zu erreichen sind und im 1. Stock des Hauses liegen. Dieses Geschäft kann ich – was "Handicraft" angeht, nur empfehlen. Viel gute Auswahl – vor allen Dingen an Hemden und Hosen. Aber auch Figuren, Batikarbeiten, Geldbörsen, Schals und vieles mehr kannst du hier zu guten Preisen kaufen. Trekkingbekleidung- bzw. Ausrüstung gibt es hier nicht.

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Sonntag, 05.10. Eigentlich sollte es ja bis nach Sybaru Besi gehen – aber…
Um 7.30 Uhr trudeln wir (Klaus, Govinda II und ich) am Machhapokhari – Buspark ein. Nach dem üblichen Hin und Her und dem Verladen des Gepäcks wirft der Busfahrer den Motor an und wir düsen los. Mittlerweile wissen wir, dass die Strecke von Dhunche nach Sybaru Besi durch einen großen Erdrutsch unterbrochen ist – wir also heute wohl wahrscheinlich nur bis Dhunche kommen.
         

   
         

Der local Bus ist dermaßen überfüllt, dass man schon fast Platzangst bekommen kann. Am kommenden Donnerstag (09.10.) wird ja der Höhepunkt des Dasain Festes gefeiert und demzufolge ist alles was Füße hat unterwegs. Die vierbeinigen Zeitgenossen sind auch unterwegs – aber leider zum Opferplatz.

         

   
         

Ca. 40 Fahrminuten vor Dhunche ist die Schaukelei dann erst einmal zu Ende. Der angekündigte, große Erdrutsch blockiert die Straße. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken. Ein Jeep versucht es trotzdem und bleibt prompt im kniehohen Matsch stecken. 

Also, alle Fahrgäste raus aus dem Bus – überflüssigerweise fängt es auch noch an zu regnen. Ein Gewitter gesellt sich hinzu – zum Glück für uns ist es aber nicht kalt. Geschäftstüchtig wie die Nepalis nun mal sind, stehen an der außerplanmäßigen Haltestelle schon ein paar "Verkaufshütten".

         

Nach ca. 15minütigem Fußmarsch erreichen wir den Bus, der von Syabru Besi heraufgekommen ist und auf uns wartet.
Einen erneuten Halt gibt es am Armee-Checkpoint, wo gleichzeitig auch das TIMS kontrolliert wird (ca. 3 KM vor Dhunche).

         

Der Regen wird immer stärker und die Fahrgäste auf dem Dach werden unruhig – ich auch, denn unser Gepäck ist nicht regendicht verpackt. Govinda Bhai reagiert aber schnell, klettert auf den Bus und reicht uns unsere Trekkingtaschen durch das Fenster ins Innere.
Normalerweise dauert die Fahrt ca. 6 – 8 Stunden. Wir kommen um 19.35 Uhr in Dhunche an – waren also 12 Stunden unterwegs. An eine Weiterfahrt nach Syabru ist heute nicht mehr zu denken. 

Müde, aber glücklich der Enge des Busses und der Schaukelei für heute entgangen zu sein, beziehen wir Quartier im "Hotel & Restaurant Annapurna", einem gemütlichen und sauberen "Hotelchen". 
Es ist natürlich deutlich zu spät weiter zu fahren. Die Nacht in Dhunche bringt die erforderliche Erholung.

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Montag, 06.10. Mit dem Jeep nach Syabru Besi – unser Trekking beginnt
Auf dem Balkon stehend, eine Tasse Kaffee in der Hand, bestaune ich die Berge der Tibetean Mountain Range.

         

         

Und…es gibt noch eine gute Nachricht heute Morgen. Govinda Bhai hat einen Jeep organisiert, der uns nach Syabru Besi bringen soll. So interessant ich ja auch die Fahrten mit den local Busses finde, irgendwann einmal reicht es dann auch. 
Mit 8 Personen zwängen wir uns in den Jeep. Außer Klaus, Govinda und mir ist noch eine Pärchen und eine Einzeltrekkerin nach Syabru unterwegs. Hinzu kommen noch die Guides und die Porter. Da wir insgesamt 10 Personen sind, müssen zwei der Porter mit einem Platz auf dem Dach vorlieb nehmen. Nach 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir Syabru und verabschieden uns von den anderen.

         

 

 
         

"Jam, Jam – Auf geht’s" rufen Klaus, Govinda und ich uns zu und beginnen das Trekking auf unserem Tamang Heritage Trail. Von Syabru Besi (1.490m) wollen wir heute nach Gatlang (2.238m lt. Karte).

Es ist ja eine alte Trekkingweisheit: Der erste Tag ist immer auch der Schwerste! Die in Serpentinen verlaufende Straße sparen wir uns. Das heißt aber, dass wir 2 ½ Stunden in knalliger Sonne steil bergauf müssen. Immerhin entlohnt uns der Blick auf die Reisterrassen, dort blüht jetzt gerade der Senf, für die Schinderei.

Ronga Bhanjyang, eine kleine Ansiedlung, wo wir unsere Rara – Noudle Soup essen und Ingwer – Tee trinken liegt auf 2.187m. Bis auf 3m haben wir also schon 700 HM hinter uns gebracht. Mann, was bin ich geschafft!

         

   
         

Eine ¾ Stunde gönnen wir uns, dann beginnen wir die zweite Tagesetappe, die uns nach Gatlang (2.238m) bringt. Dieses typischen Tamang Dorf, in dem wir unsere erste Homestay Nacht verbringen, liegt malerisch an einem Hang. Weiter unten im Tal rauscht der Bamdang Khola. 

         

   

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Tamang Heritage Trail

   
     

Wir sind kaum in der Lodge, die nicht jemand einzelnem gehört, sondern von der Dorf Gemeinschaft
bewirtschaftet wird – da fängt es an zu regnen. Erst ganz leise, dann jedoch prasselt der Regen mit
gehöriger Lautstärke auf das mit Holzschindeln gedeckte Dach. Gutes Timing denke ich. 

Als ich kurze Zeit später ins Zimmer gehe um mir eine Zigarette zu holen, merkte ich mit Erschrecken, dass das Dach undicht ist und sich auf unseren Matratzen (die auf dem Boden liegen) und den Schlafsäcken schon kleine Feuchtbiotope gebildet haben! Ziemlich hektisch packen wir unsere Siebensachen an eine trockene Stelle, stellen die Matratzen hochkant an die Wand und hoffen, dass es bald aufhört zu regnen. Einige Schüsseln fangen die dicksten Tropfen auf. "Ping, ping" macht es – etwas später schon "platsch, platsch". Uns stört das nicht, wir sitzen gemütlich auf der überdachten Terrasse und genießen unser Abendessen. Alle Teller und Tassen sind ratzekahl leer; so ist uns der Wettergott wieder wohl geneigt und dreht den Regenhahn zu. 
Morgen wollen wir weiter bis Tatopani. Zunächst abwärts zum Bamdang Khola, dann – immer schön steil bergauf – zum "Ort des heißen Wassers".

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Dienstag, 07.10. Gatlang - Tatopani Ich bekomme Besuch von kleinen (G)Litschees...
Bevor wir uns von den freundlichen Menschen in Gatlang verabschieden, lässt es sich der noch ziemlich junge Lama des Dorfes nicht nehmen, uns einen Höflichkeitsbesuch ab zu statten. Wie gewohnt, ist auch das Wetter in den Morgenstunden ganz ok. und wir können einen Blick auf die uns umgebenden Berge werfen. Das "Annapurna-Tatopani" habe ich von meiner Thorong-La Überquerung 2006 noch in guter Erinnerung. Nun bin ich gespannt, was mich im "Tamang-Tatopani" erwartet. Bevor meine Neugier jedoch gestillt wird, muss ich noch etwas dafür tun. Zum Beispiel zu den Ufern des Bamdang Khola absteigen.

Durch Hügellandschaft, vorbei an vielen kleinen Chörten führt mich der Weg durch teilweise kniehohes, nasses Gras. Was ist das? Da krabbeln doch tatsächlich einige kleine Litschies (Juuga / Blutegel) an meinem Stiefel in Richtung Bein! Die Biester wollen sich an meinem Blut gütlich tun! Nix da! In hohem Bogen fliegen die kleinen Blutsauger wieder zurück in die Natur. 

         

   
         

Der Weg führt uns durch ein Waldgebiet; wir kreuzen den Chilime Khola, kehren bei einer netten Familie in Chilime ein, trinken dort mehrere Tassen Tee und flaxen mit den Kindern. Das Dorf liegt auf 1.762m – wir sind knapp 450 HM abgestiegen. Laut Karte liegt Tatopani auf 2.607m. Was das heißt ist klar. Wieder ein anstrengender Aufstieg in knalliger Sonne. Den Wald haben wir längst hinter uns gelassen.

Gnadenlos brennt die Sonne – kein Baum – kein Schatten weit und breit. Ich fange echt an mir zu zweifeln, habe keinen Bock mehr, wenn das so weitergeht, falle ich mit einem Sonnenstich um. Ca. 15 Minuten vor Gongang (2.235m) machen wir Rast an einem Brunnen. Tut das gut, den Kopf unter Wasser zu halten! Klaus und ich suchen etwas Schatten unter dem Regen-Sonnenschirm. Die restlichen 1 ¾ Wanderstunden im Schatten sind ein echter Genuss! Um vier Uhr erreichen wir Tatopani. Schon von weit unten sehen wir die Dampfschwaden, die das heiße Wasser verursacht.

Wir finden Quartier in einer wirklich wunderschönen Lodge!
Eine Cola ist der Lohn der Mühen, danach geht es ab ins Becken mit dem "tato pani". Die Kids haben einen Heidenspaß, als sie Klaus, Govinda und mich, prustend wie Walrösser im Becken sehen.

Sauber, angenehm müde und sehr hungrig gehen wir den "Zwei-Minuten-Weg" zurück zu unserer Lodge. Die Kids immer im Schlepptau. Abends stehe ich zähneputzenderweise unter dem Dachvorsprung unserer Lodge - es regnet mal wieder ziemlich stark - und höre dabei über meinen MP3 "Lost Angeles" von "Colosseum". Wenn das nichts ist! Die Mühen des Tages sind nun schöne Erinnerung.

         
   
 
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Mittwoch, 08.10. Tatopani - Thuman Ein Besuch im Kloster und eine schlechte Nachricht
Unser Ziel heute ist das Örtchen Thuman (2.338m). Beim Frühstück in Tatopani genießen wir die Aussicht auf die Berge und steigen anschließend durch Bergurwald nach Brimdang (2.848m) auf.

         

         

Natürlich statten wir dem kleinen Kloster, dass auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Ortes thront einen Besuch ab. Überaus freundlich werden wir dort empfangen und man erzählt uns, dass heute ein Feiertag für die Dorfgemeinde ist. Gestern haben alle gefastet und nun wird ein Festmahl in den Klosterräumlichkeiten vorbereitet. Trotz mehrmaliger Versuche heraus zu finden warum denn gestern gefastet wurde, gelingt es mir nicht an diese Information zu kommen.
Der Lama lässt es sich nicht nehmen uns zu einer kleinen Zeremonie ein zu laden. Wir werden ins Innere des Klosters gebeten, sitzen auf dem Boden und sind gespannt, was nun passiert. Raksi, der einheimische Schnaps wird herumgereicht und dann beginnen die Frauen zu singen. Ich gestehe gerne, dass mir die Augen feucht wurden. Nach der ersten Strophe singen die Männer weiter – es handelt sich um eine Art Wechselgesang – denn nach dem ebenfalls schönen Darbietung der Männer sind die Frauen wieder an der Reihe.

         

   
         

Jemand kommt und schenkt uns einen Katha. Tashi Delek – Glück und Segen. Wir müssen weiter, wünschen ebenfalls viel Glück und Segen und stehen wieder draußen im hellen Sonnenlicht. 

Kurz vor dem Pass überschreiten wir die 3.000m Grenze. Genau um 12 Uhr erreichen wir Nagthali Gyang (3.165m), einen wunderschöner Aussichtspunkt mit zwei Lodges. Ca. 500m oberhalb des Passes ist vor kurzem eine neue Lodge gebaut worden. Leider sind die Berge wolkenverhangen, nur manchmal können wir einen Blick auf den Langtang II (6.561m) und den Langtang Lirung (7.225m) werfen.

         

        Thuman liegt 2.338m hoch
         

Da der Wind ziemlich ruppig ist, knabbere ich meine Cookies im Aufenthaltsraum. Ein ebenfalls anwesender Schweizer erzählt uns, dass angeblich der Weg von Timure nach Rasuwaghadi (Grenzort nach Tibet) gesperrt ist! Das ist unsere Strecke! Was ist los? Unterwegs können wir diese Angaben nicht überprüfen – wir werden versuchen in Thuman an weitere Infos zu kommen. Kaum dort angekommen, macht sich Govinda Bhai auf den Weg zum örtlichen Polizeiposten. Vielleicht, dass man dort an weitere Informationen kommen kann? Man kann - und die Angaben des Schweizers stimmen!! Der Weg von Timure nach Rasuwaghadi ist gesperrt.

Dieser, nur 1.814m hoch gelegene Grenzort liegt (natürlich) in einem Sperrgebiet, für das man – neben dem üblichen TIMS – noch eine Sondergenehmigung braucht.

Angeblich, so erfahren wir, haben amerikanische Tibetaktivisten in Rasuwaghadi eine "Free - Tibet" Aktion ge-startet. Darauf hin haben die Nepalesen (wohl auf Druck der Chinesen) dieses Grenzgebiet kurzerhand gesperrt. 

Abends sitzen wir bei Kerzenschein im Haus unserer "Homestay-Gastgeber" und diskutieren die neue Sachlage. Wir haben ja mehrere Möglichkeiten und entscheiden uns, morgen zunächst bis Briddim zu laufen. Dort werden wir weitersehen. Beim anschließenden Kartenspiel mit Dawa (unserem Porter) und Govinda versuchen wir den Beiden "Mau –Mau", ein bei uns ja beliebtes Spiel, bei zu bringen. Lautes Lachen zeugt davon, dass wir jede Menge Spaß haben.


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Donnerstag, 09.10. Eine spontane Entscheidung und ein nettes Treffen
Thuman - Syabru Besi
Wir sind in Syabru Besi! Auf unserem Weg heute morgen, ca. ½ Stunde nach unserem Abmarsch aus Thuman haben wir uns entschieden nicht nach Briddim zu laufen, sondern nach Sybru Besi ab zu steigen. Ein guter Grund war, dass uns das Wetter immer wieder im Stich lässt – für diese Jahreszeit ist es definitiv zu regnerisch und zu wolkig. Vier Stunden dauert der steile Abstieg, bei dem häufig genug eine große Trittsicherheit gefordert ist! Noch tobt sich der Bhote Kosi weit unten im Tal aus – doch langsam aber sicher wird das Rauschen des Flusses immer lauter.

Von einem sehr schönen, von hohen Gebetsfahnen geschmückten Aussichtspunkt können wir unser Ziel schon sehen. Lange kann es nicht mehr dauern?! Denkste! Wir müssen ganz zum Fluss absteigen, nur um dort fest zu stellen, dass wir nochmals aufsteigen müssen! Der Einstieg zur "Treppen-Himmelsleiter" die wir hinauf müssen, liegt etwas versteckt hinter einer Felswand.
Die typischen nepalesischen Treppenstufen (mal groß, mal klein) fordern unsere Konzentration. Bis zur Senkrechten fehlt nicht viel! Hier ist absolut kein Fehltritt erlaubt!

 

       

     
         

Vorbei an einem Militärlager wandern wir nach dem "Nepali up & down" in ca. 20 Minuten nach Syabru Besi. Hier – so haben wir es einstimmig beschlossen – werden wir auch morgen noch bleiben, uns ein wenig erholen und einfach die Zeit genießen! Im "Hotel Sky" finden wir schöne und saubere Zimmer (mit Balkon), Dusche und Toilette. Ein großes Wasserkraftwerk (ca. 500m außerhalb des Ortes) und die Haltestellen für die Busse nach Kathmandu sind mit die markanten Punkte der relativ kleinen "Stadt". 

Abends – ich sitze schon fast im Dunkeln vor dem Hotel – kommen drei Deutsche ins Hotel. Einer der beiden Männer gibt sich als Uli "Manali" zu erkennen. Ich kenne Uli aus dem Trekkingforum. Es wird ein netter Abend. Morgen, so erzählt mir Uli, wollen sie sich um Busfahrkarten nach Kathmandu bemühen.

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nepalwelt.de - Info
Die einfache Busfahrt von Kathmandu nach Syabru Besi (bzw. Syabru Besi – Kathmandu) kostet für Einheimische 300 Rupies. Eine Flugverbindung nach Syabru Besi (oder in die Nähe) gibt es nicht.

Während meines Aufenthaltes war die Strecke von Dunche nach Syabru durch einen riesigen Erdrutsch unterbrochen. Um einen Platz in dem Bus zu ergattern der hinter dem Landslide nach Syabru fuhr, wurde von Touristen (fast) jeder Preis bezahlt. Die Reiseleiterin einer großen deutschen Gruppe zahlte 17000 Rupies (!!), damit der Bus nur ihre Gruppe mitnahm! Die anderen potentiellen Fahrgäste guckten in die Röhre!

         

Samstag, 11.10. Saybru Besi - Thulo Syabru Die Faulenzerei hat ein Ende
Vom Freitag gibt es nicht viel zu erzählen, außer, das wir auch an unserem zweiten Tag in Syabru Besi stromlos waren.

Uli und seine zwei Begleiter haben für heute Busfahrkarten kaufen können, für sie geht es zurück nach Kathmandu – wir hingegen machen uns auf den Weg nach Thulo Syabru. Kurz hinter dem Hotel zweigt der Weg rechts ab in Richtung Fluss (TIMS Kontrollpunkt) – wir überqueren zwei Brücken und beginnen unseren Aufstieg. 720 HM liegen vor uns. Der Weg ist angenehm zu laufen und auf der Hälfte der Strecke gönnen wir uns eine Rast an einer kleinen Hütte. Vater, Mutter und drei Kinder bewohnen die winzig kleine Unterkunft.  

In Thulo Syabru hat es mehrere Lodges – aber auch hier gibt`s zurzeit keinen Strom. Wir entscheiden uns für die im oberen Teil des Dorfes liegende Lodge "Hotel Evening Sky". Direkt gegenüber dem Kloster gelegen, braucht man nur über den Weg zu gehen um den Klostervorplatz zu erreichen. Von dort aus hat man einen sehr guten Blick auf den Ganesh Himal.

Leider spielt das Wetter immer noch nicht mit; heute Morgen sind wir in Syabru Besi im Regen losmarschiert. Auch jetzt ist es sehr diesig, in der Ferne türmen sich riesige Wolkenberg auf – als sich die Sonne dann doch für ein paar Minuten blicken lässt nutze ich die Gelegenheit für ein paar Fotos. 

         

   
         

Nachmittags werden wir zur Puja ins Kloster eingeladen. Bei Kerzenschein sitzen wir auf den Bodenmatten und lauschen den Gesängen der Mönche. Gegen 18 Uhr gibt es dann doch noch den ersehnten Strom und wir können unsere Akkus aufladen.

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Sonntag, 12.10. Thulo Syabru - Shing Gompa Eine folgenschwere Mittagsrast
Von Thulo Syabru führt uns der Weg nach Shing Gompa – auch Chandabari genannt. Gegen Mittag erreichen wir unseren "Lunchtime-Ort" das "Hotel Sunshine". Ich bin arg durchschwitzt und wechsele mein T-Shirt. Die fünf Minuten im nassen T-Shirt – zusammen mit dem kalten Wind der bläst – sollten Folgen haben. Nach der Rast führt der Weg linker Hand durch einen Wald, dann Nepali like up and down nach Shing Gompa (3.250m laut Lodgeschild; 3.220 laut Höhenmesser).

Schräg gegenüber der Lodge "Red Panda" gibt es eine Käse-Fabrik (Käserei), die man auch besichtigen kann.

         
    Links:
Das "Hotel" Sunshine-Lodge
Mitte:
Mulis in Shing Gompa (Chandabari)




 
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Sonntag, 12.10. Shing Gompa – nachmittags
Mich hat es böse erwischt. Halsschmerzen, stechender Husten. So ein Mist! Ich versuche das Ganze mit einem Grippemittel in den Griff zu kriegen, als jedoch abends auch noch Fieber dazu kommt und ich das Gefühl habe, das sich der Husten zu einer Bronchitis ausweitet, nehme ich die ersten beiden Antibiotika Tabletten. Ich kann mir diese plötzliche Erkältung nur durch das "fünf Minuten zu lange mit nassem T-Shirt im Wind stehen" erklären.

Das war`s dann also. Mit Antibiotikum im Blut, vom schmerzenden Husten und dem Fieber mal abgesehen, traue ich mich nicht weiter auf zu steigen. Was tun? Ich beschließe den nächsten Morgen ab zu warten um dann zu entscheiden was zu tun ist.

         
Montag, 13.10. Eine schwere Entscheidung – aber die Gesundheit geht vor
Shing Gompa - Dhunche
Ich werde nach Dhunche absteigen. Ich habe immer noch  Fieber, das Husten tut immer noch höllisch weh. Von Shing Gompa führt der steile Abstieg in 3,5 Stunden nach Dhunche. Govinda begleitet mich.

Im Ort beziehe ich im "Hotel Himalayan Legend & Lodge" ein ganz passables Zimmer und lege mich sofort hin. Morgen früh werden wir mit dem Bus nach Kathmandu zurück fahren.

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Dienstag, 14.10. von Dhunche nach Kathmandu 
Immer noch ziemlich lädiert – aber zum Glück schon ohne Fieber – steige ich morgens um 7.30 Uhr in den Bus nach Kathmandu. Das heißt, zunächst ging es nur bis zum immer noch vorhandenen Erdrutsch. Hinter dem Landslide wartete dann der Bus, der uns nach Kathmandu brachte.

         

   
         

   
         

An der Beseitigung des Erdrutsches wurde kräftig gearbeitet. Wie ich einen Tag später in Kathmandu erfahre, war die Strecke ab dem 15.10. wieder durchgängig zu befahren. An der "Zwangspausenstelle" warteten eine Menge Jeeps, dessen Fahrer auf ein Fahrgeschäft nach Kathmandu hofften. Der Umstieg hatte auch etwas Positives - die Sicht auf die Berge war phantastisch!

         

   

Wie üblich auf der Fahrstrecke gibt es eine ca. ½ stündige Pause in Trisuli. Nachmittags um halb fünf  komme ich in Kathmandu an und werde von Tikka - Farben begrüßt.

         

Wegen eines gewaltigen Verkehrschaos vom Machhapokari Buspark in Richtung Innenstadt schultern wir unser Gepäck und quälen uns ca. 1KM vorbei an den – wie üblich – wild hupenden Autos. Am Stauende, klettern wir in ein Taxi und fahren ins Office. 

Dort tobt der Bär. Govinda und Prasanta sind gerade dabei eine Hubschrauber Rettung zu organisieren. Eine Kundin, die sich zur Zeit in Syabru Besi aufhält, ist wohl plötzlich ohnmächtig geworden. Wie sich später herausstellte, lag das an einem massiven Calcium Mangel.

Prasanta telefoniert mit der Versicherung in Deutschland um sich die Übernahme der Flugkosten bestätigen zu lassen. Ich biete gerne meine Hilfe an und erfahre am Notfall-Telefon der Versicherung (in Deutschland ist es ja bereits 20.15 Uhr), dass die Kosten übernommen werden. Letztendlich wird die Kundin dann aber doch mit einem Krankenwagen von Syabru Besi nach Kathmandu gebracht. Nachts fliegen die Helis nicht – wohl fährt aber ein Auto. Wie dem auch sei, am nächsten morgen war die Kundin dann in Kathmandu und suchte die CIVEC – Klinik auf.  

Ich checke noch schnell meine Mails und melde mich kurz telefonisch zuhause. Erst jetzt erfahre ich von dem Flugzeugabsturz in Lukla. Meine Frau erzählt mir, dass wohl SAT 1 und auch der WDR bei uns zuhause angerufen hat um einige generelle Infos über den Flughafen in Lukla von mir zu bekommen.  

Govinda, Prasanta und ich unterhalten uns noch eine Weile, dann verziehe ich mich in mein Hotel um mich gesund zu schlafen.

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Mittwoch – Freitag, Kathmandu, 15. – 17.10. Ich kuriere mich richtig aus
Drei volle Tage gönne ich mir in Kathmandu um mich richtig aus zu kurieren.
Die Zeit nutze ich, um in Thamel herum zu stromern – bei dieser Gelegenheit besorge ich gleich die Mitbringsel für die Lieben daheim.. Meine T-Shirts, die ich mir in jedem Nepal – Urlaub nach eigenem Layout besticken lasse sind fertig, die neuen Visitenkarten wollen noch abgeholt werden und in Govindas Büro ist auch immer etwas los.

Mir wird die Zeit also nicht lang. 

Am Donnerstag erfülle ich mir einen lang gehegten Wunsch und fahre in aller Frühe (um 5.30 Uhr!) nach Pashupatinath. Ich wollte den großen Hindutempel – Park gerne einmal ganz früh morgens erleben. Es war phantastisch. Einen frühmorgentlichen Besuch dort kann ich nur empfehlen. Auch Boudha besuche ich nochmals und genieße - nach dem Besuch im Kloster - den Kaffee in einem der Dachterrassen – Restaurants.

         
         

Am Freitag fühle ich mich wieder fit und zusammen mit Govinda beschließe ich, morgen für zwei Nächte nach Nargakot zu fahren und von dort aus über Nala und Banepa nach Dulikhel zu laufen. In Nargakot werden wir auch wieder auf Klaus treffen. Annika (das ist die Kundin die mit dem Krankenwagen von Syabru Besi nach Kathmandu gefahren werden musste) und ihr Freund Jan-Paul werden uns auf diesem Trip begleiten.
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Samstag - Sonntag, Nagarkot, 18. – 19.10. Ein Abschied und ein Wiedersehen 

Heute geht’s auf nach Nagarkot. Doch zuvor steht noch ein Abschied an. Govinda II, der mich auf meiner Tamang-Heritage-Tour begleitet hat, wird morgen mit neuen Kunden nach Besi Sahar fahren um von dort aus die Annapurna Umrundung an zu gehen. Der Abschied wird für ein Jahr sein und so fällt er entsprechend herzlich aus.
"Pheri bhetaala bhai", sage ich und wünsche ihm und seiner kleinen Familie alles Liebe und Gute. 

Der Jeep steht bereit, Annika und Jan-Paul sind auch da und zusammen mit Govinda I steige ich in das Auto. Über eine gut ausgebaute Straße dauert es eine knappe Stunde, bis wir in Nagarkot sind und unsere Lodge, die eigentlich eher die Bezeichnung Hotel verdient, beziehen.
Auf der Terrasse vor dem "Hotel View Point", treffen ich auch Klaus wieder, der in den letzten Tagen die heiligen Seen von Gosainkunda besucht hat und über Ghopte, Kutumsang und Chisapani nach Nagarkot abgestiegen ist. Leider konnte ich ihn ja aus den geschilderten Gründen nicht begleiten.
 

Ich beziehe zusammen mit dem Kollegen ein schönes, sauberes Zimmer, das in der zweiten Ebene des Hotels liegt. Vom Balkon aus haben wir auf der einen Seite einen wunderbaren Blick auf den Manaslu, drehen wir uns um, können wir die Hügellandschaften im Osten bewundern. Abends genieße ich einen der berühmten Sonnenuntergänge.

         

   
         

   

Am nächsten Morgen weckt mich Govinda gegen 5.45 Uhr – der Sonnenaufgang steht kurz bevor.
 

Es ist noch etwas frisch; umso mehr freue ich mich über den heißen Kaffee, den ich mir nach all der Fotografiererei auch verdient habe.

         

Während eines knapp zweistündigen Spazierganges erkunden wir das Dorf und wandern anschließend durch Bergurwald um den Hügel, auf dessen "Top" das Hotel steht.

Kurz hinter dem Dorf gib es eine kleines Feld, quasi eine Plattform; von dort aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Berge und das benachbarte Bakthapur.

 

Als wir uns auf der Dachterrasse ein wenig ausruhen, macht mich Jan-Paul darauf aufmerksam, dass ich am linken Knöchel ziemlich stark blute. Da hat mich doch tatsächlich noch mal ein kleiner Blutsauger erwischt! Den Nachmittag vertrödeln wir lesend, erzählend und Tee trinkend. 

         

   
         

 

nepalwelt.de - Info
Nagarkot liegt 32 KM östlich von Kathmandu auf einer Höhe von 2.194m.
Bei entsprechend gutem Wetter hat man von hier
aus eine schöne Sicht auf:
Manaslu (8.162m); Shisa Pangma (8.013m); Langtang (7.246m); Gaurishankar (7.145m) und last but not least auf den
Mt. Everest (8.848m).
Nargakot ist berühmt für seine Sonnenauf- und untergänge.
(Und deshalb sind die Hotels auf meistens gut besucht!)

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Montag, 20.10. Von Nagarkot über Nala und Banepa nach Dhulikhel 
Es ist ein wirklich schöner Weg, der uns über Nala zunächst bis Banepa führte. Ein schöner Weg, der dennoch einen kleinen und im nachhinein betrachtet lustigen Haken hatte. Da Govinda nur den "Straßenweg" nach Nala kannte, wir jedoch gerne eine Abkürzung durch Wald und Feld nehmen wollten, heuerte er in Nagarkot einen "local Guide" an. An der ersten Wegabzweigung musste der Bursche aber gestehen, dass auch er den Wald-und-Wiesen-Weg nicht so genau kannte. Was tun? Glücklicherweise lag an der Weggabelung ein kleines Gehöft und der Bauer bot sich an uns weiter zu führen. Ca. ½ Stunde wanderten wir über einen sehr schmalen und glitschigen Weg durch seine Felder, bis wir uns mitten in einem fast weglosen Waldstück wieder fanden.

Es war schon ziemlich spät am Mittag und der Weg nach Nala war weit und breit nicht zu sehen. Auf Experimente hatten wir keine Lust. Also kehrten wir um, marschierten die ½ Stunde durch die Felder zurück und nahmen den Hauptweg.

In dem kleinen, von Newars dominierten Ort, gönnten wir uns eine Rast. Es war schon Nachmittag, als wir Banepa erreichten. Geplant war, dass wir von dort aus aus mit dem Taxi nach Dhulikhel fahren. Wo aber waren die Autos? Banepa ist nun gerade keine kleine Stadt – aber Autos? Fehlanzeige.

Es wurde gestreikt! Im Streit ist wohl ein Fuhrunternehmer erschossen worden. Seine Familie forderte "Schadensersatz", der aber nicht gezahlt werden konnte oder wollte. Die Gemeinschaft der Fuhrunternehmer sorgte also dafür, dass im ganzen Distrikt kein Auto fahren durfte!

Tausendsassa Govinda telefonierte mehrmals (das dauerte dann insgesamt ca. 2 Stunden!) mit einem ortsansässigen Freund. Er sollte uns – so Govindas Idee – mit seinem Motorrad bis Dhulikhel fahren. "Ich will euch nicht den langen Weg auf Asphalt zumuten", sagte Govinda. Ich für meinen Teil habe das Schlitzohr noch heute in Verdacht, dass er keine Lust hatte 1 ½ Stunden auf Asphalt zu laufen. Wie dem auch sei, das Warten in Banepa wurde uns nicht lang. Gemütlich vor einem Laden sitzend, eine Cola in der Hand, harrten wir der Dinge die kommen sollten.

         

     

Rast in Nala

       

Der Freund war nicht zu erreichen, irgendwann hatte auch Govinda keine Lust mehr zu telefonieren und wir machten uns auf den Weg, raus aus Banepa. Wir waren gerade ziemlich in der Stadtmitte, als unser Bhai meinte, wir können doch auch mit einer Rikscha fahren?! Mit eine Rikscha? Die ständig ansteigende Straße nach Dhulikhel rauf? Doch, doch, das ginge meinte Govinda und schon begann das Feilschen. Na gut. Wir handelten einen anständigen Preis aus, die Rikscha wurde von einer Person gelenkt, eine weitere Person sollte das Gefährt – wenn denn nötig – von hinten anschieben.

Mittlerweile hatte unser Anwesenheit schon für einen kleinen, lustigen Volksauflauf gesorgt. Gerade waren unsere Rucksäcke auf der Ladefläche verstaut, da knatterte es hinter uns und Govindas Freund kam doch mit dem Motorrad angedüst. Jeweils mit einem von uns auf dem Soziussitz fuhr er in ca. 10 Minuten nach Dhulikhel. Die Rikscha Fahrer konnten auch ihr Geschäft machen; sie transportierten unsere Rucksäcke. Und einen guten Effekt hatte die ganze Sache auch. Als die Jungs auf den Fahrrädern herausbekamen, dass Govinda der Boss einer Trekkingagentur war, bewarben sie sich kurzerhand als Porter. (Tatsächlich tauchten sie ein paar Tage später im Office in Kathmandu auf!) 

Unsere Unterkunft in Dhulikhel war 1A. Das Hotel kann sich durchaus mit denen der gehobenen Klasse in Europa messen. Auch dieser Ort ist ja bekannt wir seine Sonnenauf- bzw. untergänge. Unsere Zimmer sind mit einer Terrasse ausgestattet von der aus wir nochmals einen schönen "Sunset" bestaunen. Den weiteren Abend verbringen wir relaxt am offenen Kamin (!!).

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Dienstag, 21.10. Wer heute nach Kathmandu will, muss früh aufstehen

Der Streik wird fortgeführt. Überall auf den Straßen sind Barrikaden aufgebaut. Nur vor sechs Uhr heute morgen ist es Autos und LKW`s erlaubt zu fahren. Was heißt: eine frühe Tasse Kaffe muss reichen. Um 5.15 Uhr steigen wir in den Jeep, den wir gestern Abend noch in Kathmandu geordert haben. Wir müssen vor sechs aus dem Distrikt Kavre raus sein – sonst sitzen wir fest.

Eine Stunde später erreichen wir Kathmandu. Hier gehen schon wieder Alle ihrem Tagesgeschäft nach. Noch bevor wir unser Hotel beziehen, gönnen wir uns in Thamel ein ausgedehntes Frühstück.
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Mittwoch – Freitag, 22. – 24.10. Ruhige Tage in Kathmandu
Bis zur Heimreise nach Deutschland bleiben mir noch 3 volle Tage. Einen dieser Tage nutze ich für einen ausgedehnten Abstecher nach Swayambunath. Dort in der Nähe ist auch die Räucherstäbchen – Fabrik die ich zusammen mit Klaus und Govinda besichtige. Die Fabrik entpuppt sich als ein kleiner Raum, indem die "Räucherstäbchenmaschine" steht, die etwas einem Fleischwolf ähnelt. Von der Nonne die uns begleitet, lassen wir uns die Fertigung der Sticks erklären.

         

   
         

   
         

   
         

Im Helenas und im Delimas Garden lecker essen gehen, bei Pilgrims stöbern und mit den Jungs im Office quatschen…all das sind überaus angenehme Dinge, die ich mir gerne antue, bevor ich am Samstag Abend wieder nach Hause fliege. Am Freitag verabschiede ich mich von Klaus; er hat noch eine Camping-Trekkingtour in den Ganesh Himal vor.

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Samstag und Sonntag 25. + 26. 10. In Doha treffe ich Freunde

Am Samstag Abend um 19.25 Uhr hebt die Maschine der Qatar pünktlich vom TIA ab. Ich bin auf dem Weg nach Hause. In Doha habe ich wiederum drei Stunden Aufenthalt. Dort treffe ich auch Gritt und Rene, die nun auf dem Weg nach Kathmandu sind. Eine halbe Stunde können wir quatschen, dann muss ich zum Gate.

 

Wegen dichten Nebels kreist die Maschine fast eine Stunde über Frankfurt.
Um 10 Uhr holt mich meine Herzallerliebste vom Hauptbahnhof in Essen ab.

Das Wetter ist genauso schlecht wie bei meinem Abflug. Nur viel kälter ist es geworden.

 

Wieder einmal ist ein erlebnisreicher und schöner Nepal Urlaub zu Ende.
Das ich meinen Weg im Langtang nicht wie geplant gehen konnte hat mir den Urlaub nicht vermiest!
Das DASEIN ist wichtig!

Vom 05. – 29. Oktober 2009 werde ich wieder in Nepal sein.

Ich freue mich auf ein gesundes Wiedersehen.
 

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