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Nepal 2008

Der Tamang Heritage Trail und meine Wege im Langtang
Nagarkot, Nala, Banepa und Dhulikhel
Den Reisebericht als pdf
[ohne Bilder] downloaden
Die Tour
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Mittwoch, 01.10.08
Flug nach Kathmandu via Doha
"Das Wetter heute:
Maximal 15 Grad bei Regenschauer und viel Bewölkung", so tönt es
morgens um 5.00 Uhr aus dem Radio. Ich habe soeben die erste Tasse
Kaffee des Tages in der Hand und denke:
"Gut, das ich auf dem Weg nach Nepal bin".
Nach drei vergeblichen Versuchen meinerseits am Fahrkartenschalter der
Bahn mein Rail & Fly Ticket zu ziehen, braucht meine Frau Britt
lediglich einmal den Code für das Ticket ein zu geben und schwupps –
spuckt der Automat die Fahrkarte aus. Kurze Zeit später sitze ich
zusammen mit meinem ältesten Sohn Jonas im Zug (er muss zu seiner
Ausbildungsstelle nach Duisburg) und düse zum Hauptbahnhof nach
Essen.
Ich bin noch nicht lange auf dem Bahnsteig, da trudelt auch schon
Klaus aus Gelsenkirchen, bei uns "im Pott" besser als "Schalke – City"
bekannt, ein. Klaus und ich werden auch in diesem Jahr wieder
zusammen unterwegs sein. Mit 5 Minuten Verspätung setzt sich der ICE
in Richtung Frankfurt/Main in Bewegung.
Im Flughafen trennen sich vorerst unsere Wege. Klaus fliegt mit der
GULF, ich habe bei Qatar gebucht. Am Gepäckband in Kathmandu werden
wir uns wieder treffen.
Das Einchecken ist
kein Problem (man wollte nicht einmal mein E-Ticket sehen; die Vorlage
des Reisepasses reichte aus), in Doha habe ich 6 Stunden Aufenthalt.
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nepalwelt.de
- Info
Deinen Kaffe oder was auch immer
kannst du in Doha problemlos mit Euros (oder auch Dollars)
bezahlen. Münzen werden allerdings nicht angenommen und das
Wechselgeld bekommst du in der Landeswährung Qatar-Riyal zurück
(Stand: 2008). |
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Donnerstag, 02.10. Ankunft in Kathmandu
Um Punkt 8.25 Uhr landet die Maschine auf dem Tribhuvan International
Airport. Mein Visum hatte ich mir schon zuhause besorgt, schnell ist
die Embarcation Card ausgefüllt und schon stehe ich am Gepäckband. Es
dauert keine 5 Minuten und meine Trekkingtasche kommt angerollt.
In der wuseligen Menge entdecke ich auch Klaus (er war eine halbe
Stunde früher gelandet als ich) und zusammen dackeln wir in Richtung
Ausgang. Draußen, vor dem großen Glasfenster entdecke ich Govinda Bhai
und sage und schreibe 20 Minuten nach der Landung stehe ich auf dem
Parkplatz vor dem Flughafen. Rekord!
Das Verkehrschaos hält sich in Grenzen; es dauert nicht lange und ich
stehe im Hotel unter der Dusche.
Kurze Zeit später schnuppere ich schon Thamel-Luft, kaufe mir ein Paar
Sandalen und mache mich danach auf den Weg in Govindas Office. |
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Großes
Hallo im Büro. Govindas Frau und drei seiner vier Kinder sind da
(wegen des Dasain Festes haben die Kids schulfrei), natürlich sind
auch Prasanta (Govindas Schwager der gleichzeitig der Büromanager von
HIMATREK ist) und Hari da. Etwas später taucht dann auch noch Govinda
II (Cousin von Govinda I) auf – mit ihm bin ich 2006 über den Thorong
La gegangen.
"Namaste bhai – timilai kasto chhaa? Tik chhaa?"
Guten Tag Bruder, wie geht es dir? Alles in Ordnung?
Ja, es ist alles
in Ordnung – gut so. Meine nepalesische Familie hat mich wieder.
Jetzt die Seite: Mero
Himatrek Paribar anschauen
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Freitag, 03.10. In Govindas Office und der Besuch in Boudha
Klaus will noch
auf einem der Bürocomputer einen neuen Virenscanner installieren.
Ich nutze die Zeit um einige E-Mails zu schreiben und reichlich aduwa
chiaya (Ingwer Tee) zu trinken.
Den Nachmittag
verbringe ich (schon traditionell) in Boudha.
Mit Erstaunen stelle ich fest, dass lediglich die unterste der drei
Koras zu begehen ist.
Die
Stufen zu den beiden oberen Rundwegen sind mit großen Blumenkübeln
versperrt. Grund ist, dass leider viele Besucher (wie mir Govinda
sagte hauptsächlich Nepalis) ihren Müll einfach dort fallen lassen wo
sie gerade stehen und dass die (relativ breiten) Rundwege als Orte für
Familienpicknicks genutzt wurden. Die Verschmutzung der hl. Stätte
nahm dermaßen überhand, dass die Flächen gesperrt werden mussten. Sehr
schade. Aber die Dummen sterben halt nicht aus.
Nach meiner Kora
mische ich mich noch ein wenig unters Volk und finde mich etwas später
in einem der Thanka – Malschulen wieder. Man zeigt mir ein wirklich
schöne Stücke mit dem Bild der weißen und grünen Tara - aber der Preis
von nahezu 1.000 US$ ist dann doch ein wenig zu viel für meine
Reisekasse.
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Eigentlich wollte
ich mir ja (wie ich es sonst jedes Mal tue) meinen Jahresvorrat an
Räucherstäbchen in Boudha kaufen. Govinda macht mir aber den
Vorschlag, die Stäbchen nach unserem Trek direkt in einer
Räucherstäbchen – Fabrik zu kaufen. Diese "Fabrik" liegt ganz in der
Nähe von Swayambunath.
Mit diesem Vorschlag bin ich gerne
einverstanden. |
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nepalwelt.de
– Info
Gegenüber des Einganges von Swayambunath (Eingang an der Straße
nach Kathmandu) liegt ein Kloster. Man kann dort eine der Nonnen
fragen, ob die Besichtigung der "Räucherstäbchen-Fabrik" möglich
ist. Die Fertigungsstätte liegt ca. 300m links des Klosters (wenn
man vor dem Kloster steht, Swayambu also im Rücken hat) in einem,
etwas von der Straße abseits liegenden Haus, das durch ein Metall
Tor zu erreichen ist. Die Räucherstäbchen werden dort von den
Nonnen gefertigt und auch verkauft. Der Erlös kommt dem Kloster
zugute |
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Nachmittags sitze
ich im Innenhof vor Govinda`s Office (Galkophaka) und beobachte die "Changas",
die kleinen Windvögel, welche die Kinder in Kathmandu – vor allen
Dingen auch zu Dasain -
gerne fliegen lassen. |
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Immer wieder gibt
es Stromsperren (Load Shedding) in der Hauptstadt. Damit man weiß woran man ist, sind
Zeitpläne erstellt worden an denen man ablesen kann, wann welches
Viertel von der Sperre betroffen ist. So können sich – vor allen
Dingen die Büros, Haushalte und Geschäfte, die über keinen Generator
verfügen, zumindest einigermaßen auf die stromlose Zeit einstellen.
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Samstag,
04.10. Amrita Handicraft Laden/Thamel
Der Amrita
Handicraft Laden liegt am Ende von Thamel. Wenn du in Richtung
Chhetrapati gehst, vorbei am "Helenas", findest du den Laden auf der
rechten Seite, bevor du an die T-Kreuzung kommst.
Dieser Laden hat
direkt gegenüber des "normalen" Einganges nochmals
Verkaufsräumlichkeiten, die über eine Treppe zu erreichen sind und im
1. Stock des Hauses liegen. Dieses Geschäft kann ich – was "Handicraft"
angeht, nur empfehlen. Viel gute Auswahl – vor allen Dingen an Hemden
und Hosen. Aber auch Figuren, Batikarbeiten, Geldbörsen, Schals und
vieles mehr kannst du hier zu guten Preisen kaufen.
Trekkingbekleidung- bzw. Ausrüstung gibt es hier nicht.
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Sonntag, 05.10. Eigentlich sollte es
ja bis nach Sybaru Besi gehen – aber…
Um 7.30 Uhr trudeln wir (Klaus, Govinda II und ich) am Machhapokhari –
Buspark ein. Nach dem üblichen Hin und Her und dem Verladen des
Gepäcks wirft der Busfahrer den Motor an und wir düsen los.
Mittlerweile wissen wir, dass die Strecke von Dhunche nach Sybaru Besi
durch einen großen Erdrutsch unterbrochen ist – wir also heute wohl
wahrscheinlich nur bis Dhunche kommen. |
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Der local Bus ist
dermaßen überfüllt, dass man schon fast Platzangst bekommen kann. Am
kommenden Donnerstag (09.10.) wird ja der Höhepunkt des Dasain Festes
gefeiert und demzufolge ist alles was Füße hat unterwegs. Die
vierbeinigen Zeitgenossen sind auch unterwegs – aber leider zum
Opferplatz. |
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Ca. 40 Fahrminuten
vor Dhunche ist die Schaukelei dann erst einmal zu Ende. Der
angekündigte, große Erdrutsch blockiert die Straße. An eine
Weiterfahrt ist nicht zu denken. Ein Jeep versucht es trotzdem und
bleibt prompt im kniehohen Matsch stecken.
Also, alle Fahrgäste raus aus dem Bus – überflüssigerweise fängt
es auch noch an zu regnen. Ein Gewitter gesellt sich hinzu – zum Glück
für uns ist es aber nicht kalt. Geschäftstüchtig wie die Nepalis nun
mal sind, stehen an der außerplanmäßigen Haltestelle schon ein paar
"Verkaufshütten". |
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Nach ca.
15minütigem Fußmarsch erreichen wir den Bus, der von Syabru Besi
heraufgekommen ist und auf uns wartet.
Einen erneuten Halt gibt es am
Armee-Checkpoint, wo gleichzeitig auch das TIMS kontrolliert wird (ca.
3 KM vor Dhunche). |
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Der Regen wird
immer stärker und die Fahrgäste auf dem Dach werden unruhig – ich
auch, denn unser Gepäck ist nicht regendicht verpackt. Govinda Bhai
reagiert aber schnell, klettert auf den Bus und reicht uns unsere
Trekkingtaschen durch das Fenster ins Innere.
Normalerweise
dauert die Fahrt ca. 6 – 8 Stunden. Wir kommen um 19.35 Uhr in Dhunche
an – waren also 12 Stunden unterwegs. An eine Weiterfahrt nach Syabru
ist heute nicht mehr zu denken.
Müde, aber
glücklich der Enge des Busses und der Schaukelei für heute entgangen
zu sein, beziehen wir Quartier im "Hotel & Restaurant Annapurna",
einem gemütlichen und sauberen "Hotelchen".
Es ist natürlich
deutlich zu spät weiter zu fahren. Die Nacht in Dhunche bringt die
erforderliche Erholung.
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Montag, 06.10. Mit dem Jeep nach Syabru Besi – unser Trekking
beginnt
Auf dem Balkon
stehend, eine Tasse Kaffee in der Hand, bestaune ich die Berge der
Tibetean Mountain Range.
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Und…es gibt noch eine gute Nachricht heute Morgen. Govinda Bhai hat
einen Jeep organisiert, der uns nach Syabru Besi bringen soll. So
interessant ich ja auch die Fahrten mit den local Busses finde,
irgendwann einmal reicht es dann auch.
Mit 8 Personen zwängen wir uns in
den Jeep. Außer Klaus, Govinda und mir ist noch eine Pärchen und
eine Einzeltrekkerin (alles HIMATREK Kunden) nach Syabru
unterwegs. Hinzu kommen noch die Guides und die Porter. Da wir
insgesamt 10 Personen sind, müssen zwei der Porter mit einem Platz
auf dem Dach vorlieb nehmen.
Nach 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir Syabru und verabschieden uns
von den anderen. |
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"Jam, Jam –
Auf geht’s" rufen Klaus, Govinda und ich uns zu und beginnen das
Trekking auf unserem Tamang Heritage Trail. Von Syabru
Besi (1.490m) wollen wir heute nach Gatlang
(2.238m lt. Karte).
Es ist ja eine
alte Trekkingweisheit: Der erste Tag ist immer auch der Schwerste!
Die in Serpentinen verlaufende Straße sparen wir uns. Das heißt
aber, dass wir 2 ½ Stunden in knalliger Sonne steil bergauf
müssen. Immerhin entlohnt uns der Blick auf die Reisterrassen,
dort blüht jetzt gerade der Senf, für die Schinderei.
Ronga Bhanjyang, eine kleine Ansiedlung, wo wir unsere Rara –
Noudle Soup essen und Ingwer – Tee trinken liegt auf 2.187m. Bis
auf 3m haben wir also schon 700 HM hinter uns gebracht. Mann, was
bin ich geschafft! |
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Eine ¾ Stunde gönnen wir uns, dann beginnen wir die zweite
Tagesetappe, die uns nach Gatlang (2.238m) bringt. Dieses
typischen Tamang Dorf, in dem wir unsere erste Homestay Nacht
verbringen, liegt malerisch an einem Hang. Weiter unten im Tal
rauscht der Bamdang Khola.
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jetzt zum Album Tamang Heritage Trail
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Wir sind kaum in der Lodge, die nicht jemand einzelnem gehört, sondern
von der Dorf Gemeinschaft
bewirtschaftet wird – da fängt es an zu regnen. Erst ganz leise, dann
jedoch prasselt der Regen mit
gehöriger Lautstärke auf das mit Holzschindeln gedeckte Dach. Gutes
Timing denke ich.
Als ich kurze Zeit
später ins Zimmer gehe um mir eine Zigarette zu holen, merkte ich mit
Erschrecken, dass das Dach undicht ist und sich auf unseren Matratzen
(die auf dem Boden liegen) und den Schlafsäcken
schon kleine Feuchtbiotope gebildet haben! Ziemlich hektisch packen
wir unsere Siebensachen an eine trockene Stelle, stellen die Matratzen
hochkant an die Wand und hoffen, dass es bald aufhört zu regnen.
Einige Schüsseln fangen die dicksten Tropfen auf. "Ping, ping" macht
es – etwas später schon "platsch, platsch". Uns stört das nicht, wir
sitzen gemütlich auf der überdachten Terrasse und genießen unser
Abendessen. Alle Teller und Tassen sind ratzekahl leer; so ist uns der
Wettergott wieder wohl geneigt und dreht den Regenhahn zu.
Morgen wollen wir
weiter bis Tatopani. Zunächst abwärts zum Bamdang Khola, dann – immer
schön steil bergauf – zum "Ort des heißen Wassers".
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Dienstag, 07.10.
Gatlang - Tatopani Ich bekomme Besuch von kleinen (G)Litschies…
Bevor wir uns von den freundlichen
Menschen in Gatlang verabschieden, lässt es sich der noch ziemlich
junge Lama des Dorfes nicht nehmen, uns einen Höflichkeitsbesuch
ab zu statten. Wie gewohnt, ist auch das Wetter in den
Morgenstunden ganz ok. und wir können einen Blick auf die uns
umgebenden Berge werfen. Das "Annapurna-Tatopani"
habe ich von meiner Thorong-La Überquerung 2006 noch in guter
Erinnerung. Nun bin ich gespannt, was mich im "Tamang-Tatopani"
erwartet. Bevor meine Neugier jedoch gestillt wird, muss ich noch
etwas dafür tun. Zum Beispiel zu den Ufern des Bamdang Khola
absteigen.
Durch
Hügellandschaft, vorbei an vielen kleinen Chörten führt mich der Weg
durch teilweise kniehohes, nasses Gras. Was ist das? Da krabbeln doch
tatsächlich einige kleine Litschies (Juuga / Blutegel) an meinem
Stiefel in Richtung Bein! Die Biester wollen sich an meinem Blut
gütlich tun! Nix da! In hohem Bogen fliegen die kleinen Blutsauger
wieder zurück in die Natur.
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Der Weg führt uns
durch ein Waldgebiet; wir kreuzen den Chilime Khola, kehren bei einer
netten Familie in Chilime ein, trinken dort mehrere Tassen Tee und
flaxen mit den Kindern. Das Dorf liegt auf 1.762m – wir sind knapp 450
HM abgestiegen. Laut Karte liegt Tatopani auf 2.607m. Was das heißt
ist klar. Wieder ein anstrengender Aufstieg in knalliger Sonne. Den
Wald haben wir längst hinter uns gelassen.
Gnadenlos brennt die Sonne – kein
Baum – kein Schatten weit und breit. Ich fange echt an mir zu
zweifeln, habe keinen Bock mehr, wenn das so weitergeht, falle ich
mit einem Sonnenstich um. Ca. 15 Minuten vor Gongang (2.2.35m)
machen wir Rast an einem Brunnen. Tut das gut, den Kopf unter
Wasser zu halten! Klaus und ich suchen etwas Schatten unter dem
Regen-Sonnenschirm. Die restlichen 1 ¾ Wanderstunden im Schatten
sind ein echter Genuss! Um vier Uhr erreichen wir Tatopani. Schon
von weit unten sehen wir die Dampfschwaden, die das heiße Wasser
verursacht.
Wir finden
Quartier in einer wirklich wunderschönen Lodge!
Eine Cola ist der Lohn der Mühen, danach geht es ab ins Becken mit dem
"tato pani". Die Kids haben einen Heidenspaß, als sie Klaus, Govinda
und mich, prustend wie Walrösser im Becken sehen.
Sauber, angenehm müde und sehr hungrig gehen wir den
"Zwei-Minuten-Weg" zurück zu unserer Lodge. Die Kids immer im
Schlepptau. Abends stehe
ich zähneputzenderweise unter dem Dachvorsprung unserer Lodge - es
regnet mal wieder ziemlich stark - und höre dabei über meinen MP3
"Lost Angeles" von "Colosseum".
Wenn das nichts ist! Die Mühen des Tages sind nun schöne
Erinnerung.
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Mittwoch, 08.10. Tatopani - Thuman Ein Besuch im Kloster und eine
schlechte Nachricht
Unser Ziel heute
ist das Örtchen Thuman (2.338m). Beim Frühstück in Tatopani genießen
wir die Aussicht auf die Berge und steigen anschließend durch
Bergurwald nach Brimdang (2.848m) auf.
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Natürlich statten
wir dem kleinen Kloster, dass auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des
Ortes thront einen Besuch ab. Überaus freundlich werden wir dort
empfangen und man erzählt uns, dass heute ein Feiertag für die
Dorfgemeinde ist. Gestern haben alle gefastet und nun wird ein
Festmahl in den Klosterräumlichkeiten vorbereitet. Trotz mehrmaliger
Versuche heraus zu finden warum denn gestern gefastet wurde, gelingt
es mir nicht an diese Information zu kommen.
Der Lama lässt es sich nicht nehmen uns zu einer kleinen Zeremonie ein
zu laden. Wir werden ins Innere des Klosters gebeten, sitzen auf dem
Boden und sind gespannt, was nun passiert. Raksi, der einheimische
Schnaps wird herumgereicht und dann beginnen die Frauen zu singen. Ich
gestehe gerne, dass mir die Augen feucht wurden. Nach der ersten
Strophe singen die Männer weiter – es handelt sich um eine Art
Wechselgesang – denn nach dem ebenfalls schönen Darbietung der Männer
sind die Frauen wieder an der Reihe. |
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Jemand kommt und
schenkt uns einen Katha. Tashi Delek – Glück und Segen. Wir müssen
weiter, wünschen ebenfalls viel Glück und Segen und stehen wieder
draußen im hellen Sonnenlicht.
Kurz vor dem Pass überschreiten
wir die 3.000m Grenze. Genau um 12 Uhr erreichen wir Nagthali Gyang
(3.165m), einen wunderschöner Aussichtspunkt mit zwei Lodges. Ca. 500m
oberhalb des Passes ist vor kurzem eine neue Lodge gebaut worden.
Leider sind die Berge wolkenverhangen, nur manchmal können wir einen
Blick auf den Langtang II (6.561m) und den Langtang Lirung (7.225m)
werfen. |
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Thuman liegt 2.338m
hoch |
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Da der Wind
ziemlich ruppig ist, knabbere ich meine Cookies im Aufenthaltsraum.
Ein ebenfalls anwesender Schweizer erzählt uns, dass angeblich der Weg
von Timure nach Rasuwaghadi (Grenzort nach Tibet) gesperrt ist! Das
ist unsere Strecke! Was ist los? Unterwegs können wir diese Angaben
nicht überprüfen – wir werden versuchen in Thuman an weitere Infos zu
kommen. Kaum dort angekommen, macht sich
Govinda Bhai auf den Weg zum örtlichen Polizeiposten. Vielleicht,
dass man dort an weitere Informationen kommen kann? Man kann - und
die Angaben des Schweizers stimmen!!
Der Weg von Timure nach Rasuwaghadi ist gesperrt.
Dieser, nur 1.814m hoch gelegene Grenzort liegt (natürlich) in
einem Sperrgebiet, für das man – neben dem üblichen TIMS – noch
eine Sondergenehmigung braucht.
Angeblich, so erfahren wir, haben
amerikanische Tibetaktivisten in Rasuwaghadi eine "Free - Tibet"
Aktion ge-startet. Darauf hin haben die Nepalesen (wohl auf Druck der
Chinesen) dieses Grenzgebiet kurzerhand gesperrt.
Abends sitzen wir bei Kerzenschein im Haus unserer "Homestay-Gastgeber"
und diskutieren die neue Sachlage. Wir haben ja mehrere Möglichkeiten
und entscheiden uns, morgen zunächst bis Briddim zu laufen. Dort
werden wir weitersehen. Beim anschließenden Kartenspiel mit Dawa
(unserem Porter) und Govinda versuchen wir den Beiden "Mau –Mau", ein
bei uns ja beliebtes Spiel, bei zu bringen. Lautes Lachen zeugt davon,
dass wir jede Menge Spaß haben.
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Donnerstag, 09.10. Eine spontane
Entscheidung und ein nettes Treffen
Thuman - Syabru Besi
Wir sind in Syabru Besi!
Auf unserem Weg heute morgen, ca. ½ Stunde nach unserem Abmarsch
aus Thuman haben wir uns entschieden nicht nach Briddim zu laufen,
sondern nach Sybru Besi ab zu steigen. Ein guter Grund war, dass
uns das Wetter immer wieder im Stich lässt – für diese Jahreszeit
ist es definitiv zu regnerisch und zu wolkig.
Vier Stunden dauert der steile Abstieg, bei dem häufig genug eine
große Trittsicherheit gefordert ist! Noch tobt sich der Bhote Kosi
weit unten im Tal aus – doch langsam aber sicher wird das Rauschen
des Flusses immer lauter.
Von
einem sehr schönen, von hohen Gebetsfahnen geschmückten
Aussichtspunkt können wir unser Ziel schon sehen. Lange kann es nicht
mehr dauern?!
Denkste! Wir müssen ganz zum Fluss absteigen, nur um dort fest zu
stellen, dass wir nochmals aufsteigen müssen! Der Einstieg zur "Treppen-Himmelsleiter"
die wir hinauf müssen, liegt etwas versteckt hinter einer Felswand.
Die typischen nepalesischen Treppenstufen (mal groß, mal klein)
fordern unsere Konzentration. Bis zur Senkrechten fehlt nicht viel!
Hier ist absolut kein Fehltritt erlaubt! |
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Vorbei an einem Militärlager wandern wir nach dem "Nepali up & down"
in ca. 20 Minuten nach Syabru Besi. Hier – so haben wir es einstimmig
beschlossen – werden wir auch
morgen noch bleiben, uns ein wenig erholen und einfach die Zeit
genießen! Im "Hotel Sky" finden wir schöne und saubere Zimmer (mit
Balkon), Dusche und Toilette. Ein großes Wasserkraftwerk (ca. 500m
außerhalb des Ortes) und die Haltestellen für die Busse nach Kathmandu
sind mit die markanten Punkte der relativ kleinen "Stadt".
Abends – ich sitze schon fast im Dunkeln vor dem Hotel – kommen drei
Deutsche ins Hotel. Einer der beiden Männer gibt sich als Uli "Manali"
zu erkennen. Ich kenne Uli aus dem Trekkingforum. Es wird ein netter
Abend. Morgen, so erzählt mir Uli, wollen sie sich um Busfahrkarten
nach Kathmandu bemühen.
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nepalwelt.de
- Info
Die einfache Busfahrt von Kathmandu nach Syabru Besi (bzw. Syabru
Besi – Kathmandu) kostet für Einheimische 300 Rupies. Eine
Flugverbindung nach Syabru Besi (oder in die Nähe) gibt es nicht.
Während meines Aufenthaltes war
die Strecke von Dunche nach Syabru durch einen riesigen Erdrutsch
unterbrochen. Um einen Platz in dem Bus zu ergattern der hinter
dem Landslide nach Syabru fuhr, wurde von Touristen (fast) jeder
Preis bezahlt. Die Reiseleiterin einer großen deutschen Gruppe
zahlte 17000 Rupies (!!), damit der Bus nur ihre Gruppe mitnahm!
Die anderen potentiellen Fahrgäste guckten in die Röhre! |
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Samstag, 11.10. Saybru Besi - Thulo Syabru Die Faulenzerei hat ein
Ende
Vom Freitag gibt
es nicht viel zu erzählen, außer, das wir auch an unserem zweiten Tag
in Syabru Besi stromlos waren.
Uli und seine zwei Begleiter haben für heute Busfahrkarten kaufen
können, für sie geht es zurück nach Kathmandu
– wir hingegen machen uns auf den Weg nach Thulo Syabru. Kurz hinter
dem Hotel zweigt der Weg rechts ab in Richtung Fluss (TIMS
Kontrollpunkt) – wir überqueren zwei Brücken und beginnen unseren
Aufstieg. 720 HM liegen vor uns.
Der Weg ist angenehm zu laufen und auf der Hälfte der Strecke gönnen
wir uns eine Rast an einer kleinen Hütte. Vater, Mutter und drei
Kinder bewohnen die winzig kleine Unterkunft.
In Thulo Syabru hat
es mehrere Lodges – aber auch hier gibt`s zurzeit keinen Strom. Wir
entscheiden uns für die im oberen Teil des Dorfes liegende Lodge
"Hotel Evening Sky". Direkt gegenüber dem Kloster gelegen, braucht man
nur über den Weg zu gehen um den Klostervorplatz zu erreichen. Von
dort aus hat man einen sehr guten Blick auf den Ganesh Himal.
Leider spielt das
Wetter immer noch nicht mit; heute Morgen sind wir in Syabru Besi im
Regen losmarschiert. Auch jetzt ist es sehr diesig, in der Ferne
türmen sich riesige Wolkenberg auf – als sich die Sonne dann doch für
ein paar Minuten blicken lässt nutze ich die Gelegenheit für ein paar
Fotos.
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Nachmittags werden
wir zur Puja ins Kloster eingeladen. Bei Kerzenschein sitzen wir auf
den Bodenmatten und lauschen den Gesängen der Mönche. Gegen 18 Uhr
gibt es dann doch noch den ersehnten Strom und wir können unsere Akkus
aufladen.
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Sonntag, 12.10.
Thulo Syabru - Shing Gompa Eine folgenschwere Mittagsrast
Von Thulo Syabru
führt uns der Weg nach Shing Gompa – auch Chandabari genannt. Gegen
Mittag erreichen wir unseren "Lunchtime-Ort" das "Hotel Sunshine". Ich bin arg
durchschwitzt und wechsele mein T-Shirt. Die fünf Minuten im nassen
T-Shirt – zusammen mit dem kalten Wind der bläst – sollten Folgen
haben. Nach der Rast führt der Weg linker Hand durch einen Wald, dann
Nepali like up and down nach Shing Gompa (3.250m laut Lodgeschild;
3.220 laut Höhenmesser).
Schräg gegenüber der Lodge "Red Panda" gibt es eine Käse-Fabrik
(Käserei), die
man auch besichtigen kann.
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Links:
Das "Hotel" Sunshine-Lodge
Mitte:
Mulis in Shing Gompa (Chandabari)
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Sonntag, 12.10. Shing Gompa –
nachmittags
Mich hat es böse
erwischt. Halsschmerzen, stechender Husten. So ein Mist! Ich versuche
das Ganze mit einem Grippemittel in den Griff zu kriegen, als jedoch
abends auch noch Fieber dazu kommt und ich das Gefühl habe, das sich
der Husten zu einer Bronchitis ausweitet, nehme ich die ersten beiden
Antibiotika Tabletten. Ich kann mir diese plötzliche Erkältung nur
durch das "fünf Minuten zu lange mit nassem T-Shirt im Wind stehen"
erklären.
Das war`s dann
also. Mit Antibiotikum im Blut, vom schmerzenden Husten und dem Fieber
mal abgesehen, traue ich mich nicht weiter auf zu steigen. Was tun?
Ich beschließe den nächsten Morgen ab zu warten um dann zu entscheiden
was zu tun ist.
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Montag, 13.10. Eine schwere Entscheidung – aber die Gesundheit
geht vor
Shing Gompa - Dhunche
Ich werde nach Dhunche absteigen.
Ich habe immer noch Fieber, das Husten tut immer noch
höllisch weh.
Von Shing Gompa führt der steile Abstieg in 3,5 Stunden nach
Dhunche.
Govinda begleitet mich.
Im Ort beziehe ich
im "Hotel Himalayan Legend & Lodge" ein ganz passables Zimmer und lege
mich sofort hin. Morgen früh werden wir mit dem Bus nach Kathmandu
zurück fahren.
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Dienstag, 14.10. von Dhunche
nach Kathmandu
Immer noch ziemlich
lädiert – aber zum Glück schon ohne Fieber – steige ich morgens um
7.30 Uhr in den Bus nach Kathmandu. Das heißt, zunächst ging es nur
bis zum immer noch vorhandenen Erdrutsch. Hinter dem Landslide wartete
dann der Bus, der uns nach Kathmandu brachte.
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An der Beseitigung des
Erdrutsches wurde kräftig gearbeitet. Wie ich einen Tag später in
Kathmandu erfahre, war die Strecke ab dem 15.10. wieder durchgängig zu
befahren. An der "Zwangspausenstelle" warteten eine Menge Jeeps,
dessen Fahrer auf ein Fahrgeschäft nach Kathmandu hofften. Der Umstieg
hatte auch etwas Positives - die Sicht auf die Berge war phantastisch! |
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Wie üblich auf der Fahrstrecke gibt es eine ca. ½ stündige Pause in
Trisuli.
Nachmittags um halb fünf komme ich in Kathmandu an und werde von
Tikka - Farben begrüßt. |
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Wegen eines gewaltigen Verkehrschaos vom Machhapokari Buspark in
Richtung Innenstadt schultern wir unser Gepäck und quälen uns ca. 1KM
vorbei an den – wie üblich – wild hupenden Autos. Am Stauende,
klettern wir in ein Taxi und fahren ins Office.
Dort tobt der Bär. Govinda und Prasanta sind gerade dabei eine
Hubschrauber Rettung zu organisieren. Eine Kundin, die sich zur Zeit
in Syabru Besi aufhält, ist wohl plötzlich ohnmächtig geworden. Wie
sich später herausstellte, lag das an einem massiven Calcium Mangel.
Prasanta telefoniert mit der Versicherung in Deutschland um sich die
Übernahme der Flugkosten bestätigen zu lassen. Ich biete gerne meine
Hilfe an und erfahre am Notfall-Telefon der Versicherung (in
Deutschland ist es ja bereits 20.15 Uhr), dass die Kosten übernommen
werden. Letztendlich wird die Kundin dann aber doch mit einem
Krankenwagen von Syabru Besi nach Kathmandu gebracht. Nachts fliegen
die Helis nicht – wohl fährt aber ein Auto. Wie dem auch sei, am
nächsten morgen war die Kundin dann in Kathmandu und suchte die CIVEC
– Klinik auf.
Ich checke noch schnell meine Mails und melde mich kurz telefonisch
zuhause. Erst jetzt erfahre ich von dem Flugzeugabsturz in Lukla.
Meine Frau erzählt mir, dass wohl SAT 1 und auch der WDR bei uns
zuhause angerufen hat um einige generelle Infos über den Flughafen in
Lukla von mir zu bekommen.
Govinda, Prasanta und ich unterhalten uns noch eine Weile, dann
verziehe ich mich in mein Hotel um mich gesund zu schlafen.
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Mittwoch – Freitag, Kathmandu, 15. –
17.10. Ich kuriere mich richtig aus
Drei volle Tage gönne ich mir in Kathmandu um mich richtig aus zu
kurieren.
Die Zeit nutze ich, um in Thamel herum zu stromern – bei dieser
Gelegenheit besorge ich gleich die Mitbringsel für die Lieben
daheim.. Meine T-Shirts, die ich mir in jedem Nepal – Urlaub nach
eigenem Layout besticken lasse sind fertig, die neuen Visitenkarten
wollen noch abgeholt werden und in Govindas Büro ist auch immer etwas
los.
Mir wird die Zeit also nicht lang.
Am
Donnerstag erfülle ich mir einen lang gehegten Wunsch und fahre in
aller Frühe (um 5.30 Uhr!) nach Pashupatinath. Ich wollte den großen
Hindutempel – Park gerne einmal ganz früh morgens erleben. Es war
phantastisch. Einen frühmorgentlichen Besuch dort kann ich nur
empfehlen. Auch Boudha besuche ich nochmals und genieße - nach dem
Besuch im Kloster - den Kaffee in einem der Dachterrassen –
Restaurants.
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Am Freitag fühle ich mich wieder fit und zusammen mit Govinda
beschließe ich, morgen für zwei Nächte nach Nargakot zu fahren und von
dort aus über Nala und Banepa nach Dulikhel zu laufen. In Nargakot
werden wir auch wieder auf Klaus treffen. Annika (das ist die Kundin
die mit dem Krankenwagen von Syabru Besi nach Kathmandu gefahren
werden musste) und ihr Freund Jan-Paul werden uns auf diesem Trip
begleiten.
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Samstag - Sonntag, Nagarkot, 18. –
19.10. Ein Abschied und ein Wiedersehen
Heute geht’s auf nach
Nagarkot. Doch zuvor steht noch ein Abschied an. Govinda II, der mich
auf meiner Tamang-Heritage-Tour begleitet hat, wird morgen mit neuen
Kunden nach Besi Sahar fahren um von dort aus die Annapurna Umrundung
an zu gehen. Der Abschied wird für ein Jahr sein und so fällt er
entsprechend herzlich aus.
"Pheri bhetaala bhai", sage ich und wünsche
ihm und seiner kleinen Familie alles Liebe und Gute.
Der Jeep steht bereit, Annika und Jan-Paul sind auch da und zusammen
mit Govinda I steige ich in das Auto. Über eine gut ausgebaute Straße
dauert es eine knappe Stunde, bis wir in Nagarkot sind und unsere Lodge, die eigentlich eher die Bezeichnung Hotel verdient, beziehen.
Auf der Terrasse vor dem "Hotel View Point", treffen ich auch Klaus
wieder, der in den letzten Tagen die heiligen Seen von Gosainkunda
besucht hat und über Ghopte, Kutumsang und Chisapani nach Nagarkot
abgestiegen ist. Leider konnte ich ihn ja aus den geschilderten
Gründen nicht begleiten.
Ich beziehe zusammen
mit dem Kollegen ein schönes, sauberes Zimmer, das in der zweiten
Ebene des Hotels liegt. Vom Balkon aus haben wir auf der einen Seite
einen wunderbaren Blick auf den Manaslu, drehen wir uns um, können wir
die Hügellandschaften im Osten bewundern. Abends genieße ich einen
der berühmten Sonnenuntergänge.
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Am nächsten Morgen weckt mich Govinda gegen 5.45 Uhr – der
Sonnenaufgang steht kurz bevor.
Es ist noch etwas
frisch; umso mehr freue ich mich über den heißen Kaffee, den ich mir
nach all der Fotografiererei auch verdient habe.
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Während eines knapp
zweistündigen Spazierganges erkunden wir das Dorf und wandern
anschließend durch Bergurwald um den Hügel, auf dessen "Top" das Hotel
steht.
Kurz hinter dem Dorf gib es eine kleines Feld, quasi eine Plattform;
von dort aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Berge und das
benachbarte Bakthapur.
Als wir uns auf der
Dachterrasse ein wenig ausruhen, macht mich Jan-Paul darauf
aufmerksam, dass ich am linken Knöchel ziemlich stark blute. Da hat
mich doch tatsächlich noch mal ein kleiner Blutsauger erwischt! Den
Nachmittag vertrödeln wir lesend, erzählend und Tee trinkend.
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nepalwelt.de
- Info
Nagarkot liegt 32 KM
östlich von Kathmandu auf einer Höhe von 2.194m.
Bei entsprechend gutem Wetter hat man von hier
aus eine schöne
Sicht auf:
Manaslu (8.162m); Shisa Pangma (8.013m); Langtang (7.246m);
Gaurishankar (7.145m) und last but not least auf den
Mt. Everest
(8.848m).
Nargakot ist berühmt für seine Sonnenauf- und untergänge.
(Und deshalb sind die Hotels auf meistens gut besucht!) |
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Montag, 20.10. Von Nagarkot über Nala und Banepa nach Dhulikhel
Es ist ein wirklich
schöner Weg, der uns über Nala zunächst bis Banepa führte. Ein schöner
Weg, der dennoch einen kleinen und im nachhinein betrachtet lustigen
Haken hatte. Da Govinda nur den "Straßenweg" nach Nala kannte, wir jedoch gerne
eine Abkürzung durch Wald und Feld nehmen wollten,
heuerte er in Nagarkot einen "local Guide" an. An der ersten
Wegabzweigung musste der Bursche aber gestehen, dass auch er den
Wald-und-Wiesen-Weg nicht so genau kannte. Was tun? Glücklicherweise
lag an der Weggabelung ein kleines Gehöft und der Bauer bot sich an
uns weiter zu führen. Ca. ½ Stunde wanderten wir über einen sehr
schmalen und glitschigen Weg durch seine Felder, bis wir uns mitten in
einem fast weglosen Waldstück wieder fanden.
Es war schon
ziemlich spät am Mittag und der Weg nach Nala war weit und breit
nicht zu sehen. Auf Experimente hatten wir keine Lust. Also
kehrten wir um, marschierten die ½ Stunde durch die Felder zurück
und nahmen den Hauptweg. |
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In dem kleinen,
von Newars dominierten Ort, gönnten wir uns eine Rast. Es war
schon Nachmittag, als wir Banepa erreichten. Geplant war, dass wir
von dort aus aus mit dem Taxi nach Dhulikhel fahren. Wo aber waren
die Autos? Banepa ist nun gerade keine kleine Stadt – aber Autos?
Fehlanzeige.
Es wurde
gestreikt! Im Streit ist wohl ein Fuhrunternehmer erschossen
worden. Seine Familie forderte "Schadensersatz", der aber nicht
gezahlt werden konnte oder wollte. Die Gemeinschaft der
Fuhrunternehmer sorgte also dafür, dass im ganzen Distrikt kein
Auto fahren durfte!
Tausendsassa Govinda telefonierte mehrmals (das dauerte dann
insgesamt ca. 2 Stunden!) mit einem ortsansässigen Freund. Er
sollte uns – so Govindas Idee – mit seinem Motorrad bis Dhulikhel
fahren. "Ich will euch nicht den langen Weg auf Asphalt zumuten",
sagte Govinda. Ich für meinen Teil habe das Schlitzohr noch heute
in Verdacht, dass er keine Lust hatte 1 ½ Stunden auf Asphalt zu
laufen. Wie dem auch sei, das Warten in Banepa wurde uns nicht
lang. Gemütlich vor einem Laden sitzend, eine Cola in der Hand,
harrten wir der Dinge die kommen sollten. |
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Rast in Nala |
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Der Freund war
nicht zu erreichen, irgendwann hatte auch Govinda keine Lust mehr
zu telefonieren und wir machten uns auf den Weg, raus aus Banepa.
Wir waren gerade ziemlich in der Stadtmitte, als unser Bhai
meinte, wir können doch auch mit einer Rikscha fahren?! Mit eine
Rikscha? Die ständig ansteigende Straße nach Dhulikhel rauf? Doch,
doch, das ginge meinte Govinda und schon begann das Feilschen. Na
gut. Wir handelten einen anständigen Preis aus, die Rikscha wurde
von einer Person gelenkt, eine weitere Person sollte das Gefährt –
wenn denn nötig – von hinten anschieben.
Mittlerweile hatte
unser Anwesenheit schon für einen kleinen, lustigen Volksauflauf
gesorgt. Gerade waren unsere Rucksäcke auf der Ladefläche verstaut, da
knatterte es hinter uns und Govindas Freund kam doch mit dem Motorrad
angedüst. Jeweils mit einem von uns auf dem Soziussitz fuhr er in ca.
10 Minuten nach Dhulikhel. Die Rikscha Fahrer konnten auch ihr
Geschäft machen; sie transportierten unsere Rucksäcke. Und einen guten
Effekt hatte die ganze Sache auch. Als die Jungs auf den Fahrrädern
herausbekamen, dass Govinda der Boss einer Trekkingagentur war,
bewarben sie sich kurzerhand als Porter. (Tatsächlich tauchten sie ein
paar Tage später im Office in Kathmandu auf!)
Unsere Unterkunft in
Dhulikhel war 1A. Das Hotel kann sich durchaus mit denen der gehobenen
Klasse in Europa messen. Auch dieser Ort ist ja bekannt wir seine
Sonnenauf- bzw. untergänge. Unsere Zimmer sind mit einer Terrasse
ausgestattet von der aus wir nochmals einen schönen "Sunset"
bestaunen. Den weiteren Abend verbringen wir relaxt am offenen Kamin
(!!).
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Dienstag, 21.10. Wer heute nach
Kathmandu will, muss früh aufstehen
Der Streik wird
fortgeführt. Überall auf den Straßen sind Barrikaden aufgebaut. Nur
vor sechs Uhr heute morgen ist es Autos und LKW`s erlaubt zu fahren.
Was heißt: eine frühe Tasse Kaffe muss reichen. Um 5.15 Uhr steigen wir in den Jeep, den wir gestern Abend noch in
Kathmandu geordert haben.
Wir müssen vor sechs aus dem Distrikt Kavre raus sein – sonst sitzen
wir fest.
Eine Stunde später erreichen wir Kathmandu. Hier gehen schon wieder
Alle ihrem Tagesgeschäft nach. Noch bevor wir unser Hotel beziehen,
gönnen wir uns in Thamel ein ausgedehntes Frühstück.
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Mittwoch – Freitag,
22. – 24.10. Ruhige Tage in Kathmandu
Bis zur Heimreise nach
Deutschland bleiben mir noch 3 volle Tage. Einen dieser Tage nutze ich
für einen ausgedehnten Abstecher nach Swayambunath. Dort in der Nähe
ist auch die Räucherstäbchen – Fabrik die ich zusammen mit Klaus und
Govinda besichtige. Die Fabrik entpuppt sich als ein kleiner Raum,
indem die "Räucherstäbchenmaschine" steht, die etwas einem Fleischwolf
ähnelt. Von der Nonne die uns begleitet, lassen wir uns die Fertigung
der Sticks erklären.
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Im Helenas und im
Delimas Garden lecker essen gehen, bei Pilgrims stöbern und mit den
Jungs im Office quatschen…all das sind überaus angenehme Dinge, die
ich mir gerne antue, bevor ich am Samstag Abend wieder nach Hause
fliege. Am Freitag
verabschiede ich mich von Klaus; er hat noch eine Camping-Trekkingtour
in den Ganesh Himal vor.
Samstag und Sonntag 25. + 26. 10.
In Doha treffe ich Freunde
Am Samstag Abend um
19.25 Uhr hebt die Maschine der Qatar pünktlich vom TIA ab. Ich bin
auf dem Weg nach Hause. In Doha habe ich wiederum drei Stunden
Aufenthalt. Dort treffe ich auch Gritt und Rene, die nun auf dem Weg
nach Kathmandu sind. Eine halbe Stunde können wir quatschen, dann muss
ich zum Gate.
Wegen dichten Nebels
kreist die Maschine fast eine Stunde über Frankfurt.
Um 10 Uhr holt mich
meine Herzallerliebste vom Hauptbahnhof in Essen ab.
Das Wetter ist genauso
schlecht wie bei meinem Abflug. Nur viel kälter ist es geworden.
Wieder einmal ist ein
erlebnisreicher und schöner Nepal Urlaub zu Ende. Das ich meinen Weg
im Langtang nicht wie geplant gehen konnte hat mir den Urlaub nicht
vermiest! Das DASEIN ist wichtig!
Ich möchte diesen Reisebericht nicht schließen ohne Govinda I + II,
Prasanta, Chabbi und Hari von der Agentur HIMATREK zu danken, die sich
(wie immer) rührend um mich gekümmert haben.
Gleichermaßen gilt
auch mein Dank Klaus Töpfer von
HIMATREK Deutschland.
Vom 05. – 29. Oktober 2009 werde ich wieder in Nepal sein.
Ich freue mich auf ein
gesundes Wiedersehen.
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