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Nepal 2009
Warum aus der Überquerung des Renjo La eine Kulturwanderung wurde

05.10. Essen HBF
06.10. Kathmandu
07.10. Kathmandu
08.10. Kathmandu
09.10. Kathmandu - Lukla - Pakding - Monjo
10.10. Monjo - Namche Bazaar
11.10. Namche Bazaar - Kathmandu - Der Helikopterflug
11.10. CIVEC Klinik
12. + 13.10. Kathmandu
14.10. Panauti
15.10. Namo Buddha
16.10. Namo Buddha - Kathmandu
17.10. Kathmandu - Kirtipur
18.10. Kirtipur & Cobar
19.10. Kirtipur -Newar New Year
20.10. Parphing & Daksinkali
21. + 22.10. Kathmandu
23.10. Rückreise

05.10. 2009 - Essen HBF
Raju Bhai hat es sich nicht nehmen lassen, mich am Hauptbahnhof in Essen zu verabschieden!
Wie gerne wäre er mitgekommen!
Doch anderweitige Verpflichtungen halten ihn vorerst davon ab mit nach Nepal zu kommen!

Von meiner Familie hatte ich mich natürlich zuhause verabschiedet! Meine Frau Britt begleitet mich zum kleinen Bahnhof unseres Heimatortes Kupferdreh. Von hier aus beginnt meine Reise nach Nepal.
Das "Rail & Fly Ticket" macht’s möglich.
Der Bahnhof in Essen wird eh zurzeit umgebaut – keine Chance auf einen Parkplatz!
Nun bin ich also unterwegs – wieder einmal!

Der ICE soll gegen halb sieben abends in Frankfurt ankommen.

   
Auf geht`s nach Nepal   Transitbereich in Doha   Die Maschine wartet schon

06.10. 2009 - Kathmandu
Es ist halb fünf nachmittags und der Airbus 330 hat seine Parkposition auf dem Tribhuvan Airport in Kathmandu bezogen – endlich kann ich aus dem Flieger raus!
Ganz entgegen meiner Erfahrungen aus den Jahren vorher, ist es sehr dunstig im "Valley".
Regen liegt in der Luft. Dabei ist der Oktober doch schon eine Woche alt.
Der Monsun sollte eigentlich vorbei sein!?

Govinda  und Prasanta holen mich vom Flughafen ab – die Wiedersehensfreude ist wie immer groß.
Fast kommt es mir vor, als wäre ich nicht weg gewesen – hätte nicht fast ein Jahr im "wohlgeordneten" Deutschland verbracht. In Minutenschnelle bin ich gefühlsmäßig wieder drin im "real – nepalesischen Leben" – die Autofahrten durch den Verkehr in Kathmandu machen mich schon lange nicht mehr atemlos. Lediglich die Knochen möchte ich endlich mal etwas länger strecken und bewegen – enger Flieger – enges Auto.

In beziehe mein Zimmer im Hotel Manang - und fühle mich auch hier sofort wieder zuhause.
Zumal mich die Crew in der Empfangshalle mit freundlichem Hallo empfängt.

Kurze Dusche – und schon bin ich auf dem Weg in Govindas Büro. Hier wartet schon der übliche "aduwa- chiaya" – der Ingwer Tee (mit viele Zucker!) auf mich. Ich schreibe eine kurze Mail nach Hause und gebe mich dann einem absoluten "Wohlfühl-Gefühl" hin. Draußen hupen die Autos, Menschen reden durcheinander, das Telefon im Office klingelt fast pausenlos, der Rauch eines Räucherstäbchens zieht in kleinen Schwaden durchs Büro – was könnte schöner sein?

Auch Klaus ist mittlerweile im Hotel angekommen – er ist mit der Gulf-Air geflogen.
Wir sind nun schon seit Jahren gemeinsam in Nepal unterwegs – so soll es auch in diesem Jahr wieder sein.
Zusammen mit Govindas Familie feiern wir im "Delimas Garden" unsere Ankunft.
Als wir dann durchs spätabendliche Thamel laufen, beginnt es zu regnen.

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07.10. 2009 – Kathmandu
Rechts neben dem Eingang des Hotels ist ein wirklich schönes Restaurant angebaut worden.
Teilweise überdacht – nett im typischen Newari Stil gehalten. Hier lässt es sich gut sitzen und frühstücken. Wegen "aufkommender Feuchtigkeit von oben" muss ich mit einem überdachten Platz vorlieb nehmen.

Hannelore, Marion und ich wollen heute Vormittag nach Pashupatinath und anschließend durch den Slesmantak Wald (das ist der Wald oberhalb des Tempels) nach Boudha laufen. Immer wieder müssen wir uns dicht an die kleinen Tempel, die unterhalb der Treppen liegen drücken, um nicht vollends nass zu werden. Eine Nepali geht mit mir "auf Tuchfühlung" – auch sie will trocken bleiben – und bietet mir an, mich mit unter ihren Schirm zu stellen. Danke sehr – sehr nett!

Eine kurze Regenpause nutzen Prasanta und ich um auf der Terrasse (gegenüber den Ghats) eine Surya zu rauchen. Nein, heute macht es keinen großen Spaß wie sonst langsam durch Pashupatinath zu schlendern. Die Treppen zum Ausgang des Tempels sind glitschig – da muss man schon aufpassen.
Einzig und allein den Affen macht der Regen offensichtlich nichts aus – ihr Gezeter ist laut wie immer.

Unten am Fluss angekommen, entscheiden wir uns mit einem Taxi nach Boudha zu fahren.
Kaum dort angekommen, flüchten wir uns in das "Stupa – View" Restaurant.
Es ist doch zum Mäusemelken – wo kommt das ganze Wasser her?

Die beiden Damen wollen noch ein wenig shoppen – Prasanta und ich haben die Nase voll (und die Klamotten nass) und fahren zurück ins Office.

Ob des andauernd miesen Wetters haben wir ein wenig Sorge, ob unser Flug nach Lukla in zwei Tagen überhaupt startet! Ich schaue mal schnell im Internet nach – das Wetter soll in den nächsten Tagen angeblich besser werden. Bange machen gilt nicht – wir geben die Hoffnung auf unseren "early morning flight" am Freitag nicht auf.

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08.10.2009 – Kathmandu
Hoffnung ist gut – die Realität sieht aber leider anders aus!
Bei totalem Pladderregen sitze ich im Hotelrestaurant und trinke meinen Kaffee. Wie es scheint, bestätigt sich die Wetterprognose von gestern doch nicht?! Es regnet, regnet, regnet. Das ganze Tal ist wolkenverhangen und meine Hoffnungen auf den Flug morgen früh schwinden dahin wie Butter in der Sonne. Ja, ja, die Sonne – die habe ich in den zweieinhalb Tagen die ich in Kathmandu bin noch nicht gesehen. Das ist für die Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich.

In der "Himalayan Times" von gestern war zu lesen, dass im Westen Nepals ganze Dörfer vom Regen überflutet sind. Ein Mitarbeiter des Hotels erzählt mir, dass auch im Norden Indiens große Regenmengen gefallen sind. Eigentlich sollte der Monsun schon seit einer Woche vorbei sein!

Ich denke, wir kommen nicht umhin heute mal über Plan B nach zu denken!
Plan B bedeutet: Raus aus Kathmandu und irgendwo hin, wo es ohne Flieger hingeht.
Vielleicht nach Pokhara und von dort aus mal schauen, was so geht.

08.10. 2009 – mittags

Der Wettergott hatte wohl von seinem eigenen Tun die Nase voll!! Die Sonne scheint!
Govinda ruft den Domestic Airport an – wenn das Wetter sich nicht wieder ändert, fliegen wir morgen früh!

Schnell besorge ich mir noch ein Imprägnier Spray für meine Schuhe, hole den Schlafsack, die Trekkingstöcke und ein paar weitere Utensilien aus Govindas Office (viel von meinem Trekkingequipment lasse ich immer in Kathmandu – zuhause brauche ich die "Himalayaausrüstung" nicht – warum soll ich mich also damit, im wahrsten Sinne des Wortes, belasten)?

Heute Abend werde ich meine Trekkingtasche packen.

Am Nachmittag fahre ich mit Govinda zum Optiker. Ich will mir in meine alte (Ersatz-) Brille neue Gläser reinmachen lassen. Für sage und schreibe 1.500 Rupies (das sind etwas mehr als 15 Euro) bestelle ich die neuen "Durchgucker"! Bei uns zuhause wären die mit Sicherheit sehr viel teurer geworden!

Zurück in Thamel ordere ich meine obligatorischen T–Shirts, die ich mir in jedem Nepalurlaub mit eigenem Layout besticken lasse!

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09.10.2009 – Kathmandu  – Lukla – Phakding - Monjo
Exakt um 6.38 Uhr morgens hebt die STOL (short take off and landing) Maschine der Yeti-Airlines ab.
Zunächst kann ich noch Kathmandu von oben bewundern, dann zieht sich die Wolkendecke immer mehr zu – Nepalsuppe (ähhh, ich meine natürlich Nebelsuppe) ohne Sicht.

 

Kathmandu aus der Vogelperspektive

Die Katastrophe des letzten Jahres ist fast auf den Tag genau ein Jahr her – da mache ich mir schon Gedanken. Dann aber reißen die Wolken auf und geben die Sicht auf die Mountain Range frei.

 

Unterwegs nach Lukla

Wir landen um 7.15Uhr in Lukla und gönnen uns erst einmal ein Frühstück – im Hotel hatte ich heute Morgen in aller herrgottsfrühe nur zwei Tassen Kaffee. Gerne löse ich mein Versprechen an meine Frau ein und schicke eine kurze Mail nach Hause. Ich bin gut in Lukla angekommen.


Gebetsfahnen im Wind

 

8.45 Uhr – unser Trekking beginnt. Ich merke die Höhe – von nun an heißt es: langsam gehen.

Über mir bekannte Wege wandere ich gemütlich in 3 ¾ Stunden (inkl. zwei Teepausen) nach Phakding.

Der Tag ist noch jung - so gönne ich mir eineinhalb Stunden Mittagsrast – ich will`s langsam angehen lassen.

Vorbei an der schönen weißen Stupa führt mich der Weg in Richtung Monjo. Kurz hinter Phakding sehe ich linker Hand das Kloster am Berg, welches ich 2005 besucht habe.

Um halb drei ziehen Wolken auf – außer des Khumbi La be-komme ich heute keinen Berg zu sehen.

Die Bewölkung macht nix – das Laufen gegen Ende des Trekkingtages – wenn ich eh schon müde bin – fällt mir dann leichter. In den vergangenen vier Jahren hat sich hier doch einiges getan. Am Wegesrand stehen viele neue Lodges.

Um halb fünf nachmittags komme ich müde und glücklich in Monjo an. Wenn ich den Flug heute mitrechne, war ich 11,5 Stunden unterwegs.

 

 

 


Die weiße Stupa

 

 

   


Der Gipfel des Khumbi La

 


           
           

nepalwelt.de Info
Flug Kathmandu – Lukla ca. 35 – 40 Minuten
Gehzeit: Lukla – Phakding (inkl. zwei kl. Pausen) 3 ¾ Stunden
Gehzeit: Phakding – Monjo 2 ½ Stunden

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10.10. 2009 – Monjo – Namche Bazaar
Es ist des Trekkers (freiwilliges) Los, morgens früh auf zu stehen. Um 6 Uhr krieche ich aus dem Schlafsack; um 7.30 Uhr bin ich unterwegs. Drei Hängebrücken muss ich queren – die letzte – das ist die Hillary – Bridge, erreiche ich um 8.45 Uhr. "Ein paar Schritte" hinter der Brücke suche ich mir ein sonniges Plätzchen und gönne mir die verdiente Pause. Mein Höhenmesser zeigt 2.960m an.
Genau hier habe ich auch schon 2002 und 2005 gesessen.


Wandmalerei im Eingangstor zum Nationalpark

 
    Ist schon ganz schön hoch!

Viele Trekker, aber auch Einheimische sind unterwegs und so ist es nicht verwunderlich, dass wir am "Everest View Point" viele Gleichgesinnte treffen. Um 11.30 Uhr erreichen wir den "local market" in Namche. Es ist Samstag, Markttag also und es ist jede Menge los. Das war auch der Grund, weshalb wir heute Morgen relativ früh los gegangen sind. Den local market wollten wir uns nicht entgehen lassen. Merke also: Wer den Markt besuchen will, muss früh los! Gegen 13 Uhr ist der Markttag vorbei.

Noch müssen ein paar Stufen bewältigt werden, ehe wir den Ortskern von Namche erreichen. Die "Norling Lodge", in der ich sonst immer Quartier bezogen habe ist leider ausgebucht; das "Hotel Lhasa" ist aber auch nicht schlecht. Es liegt etwas oberhalb der Hauptstraße (vor dem Internetladen die Treppen rauf, dann linker Hand) und verfügt ebenfalls über eine Internetbude. Die Verbindung nach Deutschland ist ok.
Ich lese einige E-Mails von zuhause – dort ist alles gesund und munter. Hier in Namche sind wir nun für zwei Nächte – morgen wollen wir unseren “Akklimatisationsspaziergang“  unternehmen.

   

"Der Everest View Point"

  Auf dem "local market" in Namche...
   

...ist fast alles zu haben.

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10.10. 2009 – Namche Bazaar – nachmittags

Klaus ist ziemlich böse auf den linken Arm gefallen!
Ausgerutscht beim Duschen!

Die Dusche befindet erhöht im unteren Flur und kann nur über eine recht hohe Stufe betreten werden. Natürlich ist die Dusche nass – Klaus Füße auch – so ist zu erklären, dass er beim raustreten an der Stufe ausrutscht und nach hinten fällt. Er versucht sich noch abzufangen, landet aber auf seinem linken Ellbogen.
Autsch – das tat weh.

Govinda II, der Lodgebesitzer und ich bekommen den Sturz mit und sind natürlich sofort da. Außer ihm beim Aufstehen zu helfen, können wir aber nicht mehr viel tun.
Dabei hat er noch Glück im Unglück gehabt; wenn er mit dem Kopf auf die Stufe geschlagen wäre…?
Nicht auszudenken.

Der Arm tut ihm zwar weh, aber alles in Allem scheint der Sturz glimpflich ausgegangen zu sein.
Ich lege dem Freund einen Verband mit einer Salbe gegen Prellungen an.
Auf diesen Schreck gönnen wir uns erst einmal einen Milchkaffee und ein Stück Kuchen
in Hermans "German Bakery".

Obwohl es ja zunächst so aussah, als ob der Unfall glimpflich ausgegangen wäre, klagt Klaus ca. eine Stunde später über recht starke Schmerzen. Er kann den Arm so gut wie nicht mehr bewegen. Böse Sache! Ich berate mich mit Govinda II, und wir kommen zu dem Schluss, dass erstens ärztliche Hilfe nötig ist, und zweitens der Kollege in diesem Zustand auf keinen Fall weitergehen kann. Gerade auf den Trekkingabschnitten, die nun kommen sollen – wir wollten ja zum Gokyo Ri und über den Renjo La nach Thame – ist der Einsatz von Trekkingstöcken ein absolutes Muss!

Aus die Maus! Es ist bitter, aber uns bleibt keine Alternative. Klaus (und somit auch ich) kann nicht weitergehen. Selbst der Abstieg nach Lukla ist ihm nicht möglich.
Das wird uns auch von Hannelore, die Krankenschwester ist, bestätigt.
Ist der Arm gebrochen? Wir wissen es nicht.

Govinda II und ich telefonieren mehrmals mit Govinda I  in Kathmandu und schildern die Lage. Das dauert natürlich seine Zeit – mal haben wir eine Telefonverbindung – mal nicht. Govinda I muss nun vom Office in Kathmandu einen Hubschrauberrettungsflug organisieren, außerdem muss er auch noch mit Klaus Versicherungsgesellschaft in Deutschland telefonieren um das Procedere zu klären.

Mittlerweile ist es 20.00 Uhr. Heute ist an einen Hubschrauberflug eh nicht mehr zu denken.

Klaus sitzt derweil in der Obhut von Hannelore und Marion im Aufenthaltsraum der Lodge, hat starke Schmerzen und natürlich den Kaffee gehörig auf! Irgendwann sind die Telefonate mit Kathmandu dann erledigt – wir haben sogar schon das OK das Deutschland bezüglich der Kostenübernahme für den Rettungsflug.
Govinda I ist ein großartiger Organisator!

Um den Rettungsflug – und vor allen Dingen die Kostenübernahme - letztendlich unter Dach und Fach zu bringen, brauchen wir noch die Bestätigung einer medizinischen Fachkraft, dass dieser Flug wirklich nötig ist!

Außerdem machen wir uns so unsere Gedanken, wie Klaus mit den starken Schmerzen die Nacht überstehen soll. Govinda II macht sich also auf die Socken und versucht örtliche, medizinische Hilfe zu organisieren. Der Arzt des kleinen Krankenhauses in Namche ist nicht da – wohl aber eine Krankenschwester. Sie kommt dann auch irgendwann und verpasst dem “Unfallopfer“ eine stark schmerzstillende Spritze. Auch sie ist der Meinung, dass Klaus ein Krankenhaus in Kathmandu aufsuchen muss, damit geklärt werden kann, was nun mit dem Arm ist. Sie stellt auch die Bestätigung aus, dass der Heliflug unumgänglich ist.

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11.10.2009 – Namche Bazaar -Kathmandu - Der Helikopterflug
Die Nacht war so la la und der frühe Morgen bringt Neuigkeiten.
Govinda I ruft aus Kathmandu an – um 10 Uhr soll der Hubschrauber in Kathmandu starten – wir erwarten ihn gegen 11 Uhr am Hubschrauberlandeplatz in Namche.

Klaus ist logischerweise nicht so gut drauf – neben der großen Enttäuschung die Tour nun nicht wie geplant durchführen zu können, tut ihm der Arm immer noch gehörig weh. Ich packe seine und meine Trekkingtasche, wir verabschieden uns von Hannelore und Marion, natürlich auch von Lalit (dem Guide der beiden Damen) und machen uns auf den kurzen Weg zum Landeplatz. Bimal und Pasang, unsere beiden Porter, begleiten uns, denn noch ist nicht klar, ob der Heli außer uns drei Personen auch noch das Gepäck mitnehmen kann. Sollte das nicht möglich sein, muss Pasang das Gepäck nach Lukla tragen – von dort aus würde es dann mit einem regulären Flug nach Kathmandu gebracht.

Govinda I ist aus Kathmandu mitgeflogen, muss aber in Lukla aussteigen, da der Hubschrauber in größeren Höhen nur begrenztes Gepäck bzw. Personen mitnehmen kann. Wir warten also am Helilandeplatz in Namche; als kleine Entschädigung können wir wenigstens noch ein paar Blicke auf die Ama Dablam und den Tramserku erhaschen.

 
 

Links u. oben: Die Ama Dablam

 
   

Der Tramserku

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Letztendlich ist es dann 11.45 Uhr bis wir den Hubschrauber erst hören dann auch sehen können. Kurze Zeit später sitzen wir in dem kleinen Fluggerät und düsen ab. Unser Gepäck können wir mitnehmen.

Der erste Hubschrauberflug meines Lebens ist fantastisch! Ich sehe den Weg von Lukla nach Namche aus einer völlig neuen Perspektive. In Lukla geht’s noch mal kurz runter – hier steigt Govinda I wieder zu, der Hub-schrauber wird komplett aufgetankt (auch Flugbenzin wiegt ja was!) und schon erheben wir uns wieder in die Lüfte.

Nach gut einer Stunde Flug – mehrmals musste der Pilot dicken Wolkenbänken ausweichen – landen wir in Kathmandu. Eigentlich sollte schon ein Auto auf uns warten, das uns direkt zur CIVEC Klinik bringt – tut es aber nicht. Irgendetwas ist da schief gelaufen – Govinda I telefoniert ein paar Mal und eine halbe Stunde später sind wir dann auf dem Weg ins Krankenhaus.

   

Haben den Rettungsflug organisiert: Govinda I und Govinda II

   

Navigation per GPS

 

Aus der Vogelperspektive

   
        Bakthapur
   
        Das "Rettungsteam"

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11.10.2009 – Kathmandu – CIVEC Klinik
In der Klinik erledigen wir die üblichen Formalitäten – Klaus und Govinda verschwinden mit einer Kranken-schwester im Untersuchungsraum. Trotz der Schmerzen besteht aber wohl kein akuter Behandlungsbedarf, denn Klaus taucht kurze Zeit später wieder auf. Er soll am am Nachmittag wiederkommen – der zuständige Arzt ist wohl gerade im OP.

Also geht es zunächst mal ins Büro. Zusammen beginnen wir, die für die Versicherung nötigen Unterlagen zu checken. Klaus macht sich so seine Gedanken, denn eigentlich wollte er nach dem Khumbu-Trek noch eine weitere Tour angehen. Alles Spekulieren nutzt aber nichts – es muss die Diagnose des Arztes abgewartet werden.
Die nervige Wartezeit nutze ich, um mich wieder im Hotel einzuquartieren. Natürlich will ich auch wissen, was nun wird – also bin ich eine Stunde später wieder im Office und warte auf die Freunde, die erneut in die Klinik gefahren sind.

Dann – endlich – sind sie wieder da und bringen die ersehnt Diagnose mit. Der Arm, bzw. der Ellbogen ist nicht gebrochen! Klaus hat sich eine starke Prellung zugezogen, eventuell hat die Sturzbelastung im “Ellbogenknubbel“ einen Haarriss verursacht. Wie dem auch sei – der linke Arm ist vom Handgelenk bis zum Oberarm mit einer Gipsschiene still gelegt. Und das mindestens für die nächsten zwei Wochen (!). Auch der Klinikarzt bestätigt, dass die Entscheidung per Heli zurück nach Kathmandu zu fliegen, die einzig richtige war.

Am 22.Oktober soll Klaus wieder kommen, erst dann kann ihm der Arzt sagen, ob er den 2. Trek gehen kann oder nicht. Wir haben nun 11 Tage Zeit und wollen eigentlich so schnell wie möglich wieder raus aus Kathmandu! Am Abend diskutieren wir zusammen mit Govinda unsere Möglichkeiten.

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12. und 13. 10. 2009 – Kathmandu
Diese beiden Tage brauchen wir noch um alle Versicherungsangelegenheiten zu klären und auch um unsere Kulturwanderung – für eine solche haben wir uns nämlich entschieden – zu organisieren.

Ich für meinen Teil habe auch eine Entscheidung treffen müssen. Ursprünglich hatten Klaus und ich nach dem Khumbu Trek noch zwei Tage Rafting und einen Abstecher nach Pokhara geplant. Da aber zum jetzigen Zeit-punkt überhaupt noch nicht klar ist, ob Klaus ab dem 22.10. das geplante Programm durchführen kann, habe ich mich entschlossen, meinen Rückflug früher anzutreten. Natürlich ist mir die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber angesichts der Umstände sehe ich keine andere Möglichkeit. Ein kleiner Trost für mich ist, dass ich dann noch eine Woche Urlaub zu Hause habe.

Mit Prasanta fahre ich ins Büro der Qatar und checke "was geht".
Man bietet mir einen Flug am 23. Oktober an, den ich auch sofort buche. Klaus wird – sollte es anders nicht möglich sein – seinen Rückflug ebenfalls früher antreten.
Aber zum Glück hat es ja bis zum Abreisetag noch Zeit.

Jetzt, nachdem soweit alles geklärt ist, kann ich mich wieder einem unbeschwerten "Nepal-Urlaubs-Gefühl" hingeben. Ich rauche ja ganz gerne mal eine, stehe also qualmend vor Govindas Büro und beobachte den Verkehr. Ganz Kathmandu brummt und summt. Das ist zwar immer so, aber ich habe den Eindruck, als ob es dieser Tage noch ein wenig intensiver wäre. Tihar steht vor der Tür und alle sind mit den Vorbereitungen für die Feiertag beschäftigt. Bhai Tikka ist am 19. Oktober.

Auch die Changas, die kleinen Papierdrachen kreisen wieder am Kathmanduer Himmel und machen den Flugkünsten der Schwalben Konkurrenz.
Am Abend des 13ten sitzen wir zusammen und verabschieden - sozusagen offiziell - das Programm für die nächsten Tage; Panauti wollen wir einen Besuch abstatten, danach geht’s nach Namo Buddha. Eine Nacht werden wir dann wieder in Kathmandu verbringen, um dann in Kirtipur Newar New Year zu feiern. Ein Besuch in Parphing und Daksinkali wird dann unsere Kulturwanderung beschließen.

Klaus ist übrigens mittlerweile schmerzfrei und lässt sich von mir Plastiktüten um den linken Arm binden, wenn er mal duschen will.

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14.10. 2009 – Panauti
Die Straße, die am Flughafen vorbei aus Kathmandu raus führt (Arniko Rajmarg), wird auf 3 Spuren erweitert! Fast anderthalb Stunden quälen wir uns durch den Verkehr; da man selbst im Auto vor dem Staub, der durch die Baumaschinen verursacht wird, nicht sicher ist, setze ich mein Kopftuch als Atemmaske ein.

Die große, gerade im Bau befindliche Statue von Shiva ist 108 ft hoch.

Auf dem Weg nach Panauti machen wir noch einen Abstecher zum Chandechori Tempel in Banepa.
(Chandechori ist eine Inkarnation Durgas).

Panauti (Kavre Distrikt) ist mit ca. 33.000 Einwohnern schon eine größere Stadt und liegt ca. 35 km südöstlich von Kathmandu.
Lediglich der alte Ortskern von Panauti ist im typischen Newari – Stil erbaut. Wir beziehen unsere Unterkunft im "Panauti Hotel", sehr sauber, ruhig gelegen und empfehlenswert. Die Einzelzimmer (mit Bad) sind gut und durchaus mit dem Standard in Thamel zu vergleichen. Ein schöner Garten und eine ebenso schöne Dachterrasse laden zum Verweilen ein.

Govinda erzählt mir, dass hier alle 12 Jahre das große Makarmela – Festival stattfindet. Dieses Fest wird zu Ehren des Sonnengottes Surya zelebriert und zwar zum Zeitpunkt, wenn die Sonne in das Sternzeichen des Steinbocks eintritt. Im kommenden Jahr, 2010 nach europäischer Zeitrechnung, ist es wieder soweit.

Wie schon in Kathmandu, haben wir auch hier abends für ca. 1 – 1,5 Stunden keinen Strom. Dafür brummt dann der Dieselgenerator.

Auf den freien Plätzen der Altstadt lagert jetzt der Reis zum Trocken und insbesondere haben die Frauen jede Menge zu tun, das Korn zunächst vom Spreu zu trennen und dann zu trocknen.

Ab 18 Uhr abends wird es recht kühl - als ich in mein Zimmer gehen will, um mir eine Jacke zu holen, sehe ich einen kleinen Gecko an der Außenwand kleben.

Laut einer Legende soll Panauti um das Jahr 1080 n. Chr. erbaut worden sein. Historisch bewiesen ist allerdings, dass die Ursprünge der Stadt auf das Jahr 722 v. Chr. (!) zurück gehen.

Panauti – der Name stammt übrigens von dem Sanskritwort "Purnamati" ab, was so viel wie “Ganzheit, Vollständigkeit “ bedeutet.

Vor der Gründung Panautis, genauer gesagt vor 4130 Jahren, soll in dieser Gegend der Adi-Buddha (Urbuddha) geboren worden sein.
Als hauptethnische Gruppe sind Newaris in der Stadt beheimatet; weiterhin haben sich auch Brahmins, Chetris und Tamang angesiedelt.

Die Tempel, die wir besuchen wollen liegen (natürlich) in der Altstadt. Der Indrachowk Mahadev Tempel ist Shiva geweiht und wurde im 5. Jahrhundert erbaut.

Das Lingama von Indrachowk heißt Vijayachora und bedeutet so viel wie Sieg. In den Jahren 1274 – 1300 n. Chr. wurde der Tempel von König Ananda renoviert. Quasi nebenan befindet sich der Tempel der Atillya, der Frau des Gautam Rishi. Dieser Tempel wird Brameyani genannt und stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Panauti liegt genau dort, wo sich die beiden Flüsse Punya Mati und Lila Mati treffen. Neben diesen beiden Flüssen gibt es noch einen dritten, aber sehr viel kleineren, den Roshi Mati. Die Stadt umfasst 33,97 qkm und liegt auf 1.402m Meereshöhe.

Alle Fakten über Panauti findest du auch unter der Rubrik:
Städte in Nepal

Viel mythologisch-wissenswertes über die Stadt findest du auf der Seite:
Die Geschichte von Panauti

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15.10. 2009 – Namo Buddha
Nach einer guten Nacht im "Panauti Hotel" sitze ich um 9 Uhr im Bus, der uns nach Sankhu bringen soll. Es gibt keinen Busfahrplan – ab 9 Uhr kann man in den Bus steigen  - wenn genügend Fahrgäste drin sitzen, fährt er ab. Eine gute Stunde dauert die Fahrt zum Dorf. Teilweise ist die Straße geteert, teilweise gleicht sie mehr einem Acker mit großen Steinen und Schlaglöchern. Wir werden also ordentlich durchgerüttelt. Das Dörfchen Sankhu ist die Endstation, von hier aus müssen wir zu Fuß weiter.


Wir haben ja nicht viel an Gepäck mit – ein 45l Rucksack reicht aus.
Der Schlafsack und auch die dicken Bergstiefel stehen bei Govinda im Office.
40 Minuten "bergsteigen", dann ist Namo Buddha erreicht.
Der Name leitet sich von : Namo Buddhaya = Verehrung sei dem Buddha ab.


Auf einer Anhöhe mit schönem Blick ins Tal, steht die Stupa und wie jede ist auch diese mit vielen Gebetsfahnen geschmückt. Um das Heiligtum herum gibt es drei oder vier "Handicraft-Läden" und natürlich auch ein Restaurant. Dort machen wir es uns erst einmal gemütlich und werden sogleich von den anwesenden Hunden beschnuppert. Direkt neben der Stupa bemerkte ich eine große Hauswand, die über und über mit Fotos von Menschen behängt ist. Ich frage Govinda, was es damit auf sich hat und bekomme zur Antwort, dass für jeden Verstorbenen (s)ein Foto an diese Wand gehängt wird. Neben vielen alten Menschen sehe ich aber auch die Konterfeis vieler Jüngerer.

   

Nach unserer Rast und der Erkundung der Umgebung schultern wir unsere Rucksäcke und laufen in 20 Minuten zum "Namo Buddha Resort". Dort finden wir keine Lodge im üblichen Stil vor, sondern vielmehr "Nur-Dach-Häuser" die nett verteilt am Hügel liegen. Jedes Haus ist für eine (oder bei Paaren halt für zwei) Personen gedacht. Im Innern bin ich zunächst einmal von der überaus netten Atmosphäre, die die Einrichtung ausstrahlt, angetan. Insgesamt gibt es 3 Ebenen. Die untere lädt zum Lesen und Verweilen ein. Danach kommt eine weitere, auf der die winzig kleine, aber sehr saubere Toilette untergebracht ist, die dritte Ebene – dort ist die große Schlafstätte – ist nur über eine Leiter zu erreichen.

Eine Dusche gibt es in den Häusern nicht –, wohl aber eine Sauna, die in einem separaten Haus untergebracht ist. Als Govinda mir erzählt, dass dieses Resort unter deutscher Leitung steht und die Architektur von einem Amerikaner stammt, wird mir klar, warum die "Lodge" so aussieht wie sie aussieht. Dieser Baustil ist in Nepal nun wirklich nicht üblich – hat aber was.

Beim Betreten des Hauses kommt mir sofort die Assoziation zu einer Höhle – und ich denke mir, dass dies auch so gewollt ist. In diesem Resort werden nämlich Meditationskurse angeboten. Ein wirklich schöner, kleiner Park rundet das schöne Ambiente der Anlage ab und vom höchsten Punkt, dort steht auch das Restaurant, hat man einen wundervollen Blick in das Panauti – Tal.

Wir erfrischen uns mit einer Tasse Tee und wandern anschließend in ca. 40 Minuten hinüber zur großen neuen Klosteranlage, die erst 2006 fertig gestellt wurde.

Was für eine Pracht! Die großen goldenen Dächer sieht man schon von weitem im Sonnenlicht glänzen. Auf mehreren Ebenen, an einen Hang gebaut, gleicht das Kloster einer Burg.

Govinda bemerkt treffend, dass die Anlage fast eine kleine Stadt für sich sei. Auf meinem Rundweg zu den einzelnen Gebäuden treffe ich Mönche und Laien, die sich beim Carom Spiel vergnügen – direkt neben einem Internet-Cafe.

Den Bewohnern hier scheint es gut zu gehen – was würden sie wohl zu einem Leben in einem buddhistischen Kloster im Khumbu sagen?

In unmittelbarer Nähe, wir müssen nur einen kleinen abschüssigen Weg hinunter, liegt das eigentliche Heiligtum – die Gedenkstätte an eine großherzige Tat, die dem Ort letztendlich den Namen gab.

 
 

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Die Geschichte von NAMO BUDDHA
In dieser Welt, vor vielen Äonen, gab es einen König, der MAHARATH hieß. Der König hatte drei Söhne: "Großer Klang", "Großer Gott" und "Großes Mitfühlendes Wesen".


"Großes Mitfühlendes Wesen", der Jüngste, war voller Liebe und Mitleid. Er behandelte alle gleich. Einstmals gingen der König, seine Minister, die Königin und die Prinzen spazieren. Als die Gruppe eine Pause machte, gingen die drei Prinzen alleine in den nahe gelegenen Dschungel. Der jüngste Prinz sah eine hungrige und durstige Tigerin, die kurz davor war, ihre eigenen Jungen zu fressen, nachdem sie sie entbunden hatte.

"Ich hab ein Tier gesehen, das dabei war zu sterben und habe sein Leiden, seine Auszehrung gespürt. Sie war kurz davor, ihre eigenen Jungen zu fressen", erzählte er seinen älteren Brüdern.

"Du hast recht", stimmten sie zu.
Er fragte seine älteren Brüder: "Von was ernährt sich diese Tigerin?"
Sie antworteten: "Sie lebt von rohem Fleisch und dem Blut anderer Kreaturen."
Er fragte weiter: "Kann irgendjemand das Leben von diesem Tier retten?"
Sie antworteten: "Niemand, es ist sehr schwierig."

Da dachte der jüngste Bruder: "Ich habe schon viel Zeit in dieser Existenz verbracht, unzählige Körper und Leben verschwendet; manche opfern ihr Leben aus Zorn, manche aus Ignoranz."

Als sie weitergingen, zweifelten die drei Prinzen daran, dass ein Körper – wenn man in ihm lebt, ohne Verdienste anzuhäufen und im Dharma zu leben – irgendeinen Sinn haben könnte.
Nachdem sie weitergegangen waren, bemerkte der jüngste Prinz: "Brüder, geht weiter, ich habe eine wichtige Verpflichtung und werde später wiederkommen."

"Großes Mitfühlendes Wesen" ging geschwind denselben Pfad zurück, dahin wo die Tigerin mit ihren Jungen war. Er bot dem Not leidenden Tier etwas von seinem Essen an – da es aber keine Tigernahrung war, nahm das Raubtier die Nahrung nicht an. Daraufhin stach er mit einem scharfen Dorn in seinen eigenen Körper, und ließ die Tigerin das Blut lecken. Dann bot der junge Prinz der Tigerin in einem Akt von Mitleid und Opferbereitschaft an, seinen ganzen Körper als Nahrung zu nehmen.

Die älteren Brüder hatten eine lange Zeit gewartet, aber der jüngste Bruder kam nicht zurück.
Sie erinnerten sich, was er zuletzt gesagt hatte und kamen zu der Überzeugung, dass er zurückgegangen war, um zu versuchen die hungrige Tigerin zu retten.

Also gingen sie ebenfalls zurück und konnten nicht glauben, was sie sahen. Vor ihnen war die Tigerin, sie saß aufrecht, ihr Körper war komplett mit dem Blut des Bruders beschmiert. Sie wussten, dass ihr Bruder seinen Körper zum Wohle der Tigerin geopfert hatte.

Vor lauter Schmerz sanken sie in eine Ohnmacht. Lange Zeit später begannen sie wieder zu atmen, und sie klagten und litten fürchterlich unter dem Verlust des Bruders.

Zu der Zeit, als dies geschah, schlief die Mutter der drei Brüder und träumte von drei Tauben. Die kleinste Taube wurde von einem Falken gefangen, und die Frau wachte augenblicklich auf.

Voller Sorge beschrieb sie den Traum dem König. "Wie ich gehört hab", sagte sie, "repräsentieren die Tauben die Seelen meiner Kinder, und deswegen bedeutet die Taube, die von dem Falken gefangen wurde, dass meinem geliebten Kind etwas geschehen ist."

Es dauerte nicht lange bis die beiden älteren Prinzen wieder zuhause ankamen. Ihre Stimmen brachen, als sie ihrer Mutter erzählten, dass ihr jüngster Sohn von einer Tigerin gefressen wurde.
Vor lauter Verzweiflung und Leid, fiel die Mutter in Ohnmacht.

Später ging sie mit dem König und ihren beiden Söhnen zu dem Ort, an dem ihr jüngstes Kind dahingeschieden war. Sie sah die Tigerin, wie sie aufrecht auf den Knochen und dem Blut des jungen Prinzen saß. Der König und die Königin hielten einander, weinten und klagten. Die Mutter fiel in Trance und ihr Körper krümmte sich vor Schmerz; wieder wurde sie ohnmächtig.

Der Prinz "Großes Mitfühlendes Wesen", aber wurde in einem höheren Reich wiedergeboren:
Dem Himmel der Götter.

"Was habe ich getan, dass ich hier wiedergeboren werde?", dachte er. Als der Wiedergeborene die fünf Kontinuen betrachtete, hatte er eine Vision wie seine Angehörigen klagend um seine Knochen herumstanden und großes Leid verspürten. "Das Unglück meiner Eltern macht auch mich unglücklich", dachte er. "Ich sollte sie glücklich machen".

Vom oberen Himmel sprach er seine Eltern an.
Während diese in den Himmel schauten, fragten die Eltern: "Sagst du uns, wer du bist?"
Das nun göttliche Wesen antwortete: "Ich bin Prinz „Großes Mitfühlendes Wesen". Weil ich meinen Körper der hungrigen Tigerin geopfert habe, wurde ich im Himmel der Götter wiedergeboren. Das solltet ihr wissen. Das Samsarische Dhrama, der ewige Kreislauf der Wiedergeburten wird vielleicht für mich enden. Alles, was ist, wird unausweichlich erlöschen.

Ein mitfühlendes Wesen, dass böse Taten ausführt, wird in die Hölle kommen, während die, die Güte ausüben in einem "höheren Staat" wiedergeboren werden. Solange Geburt und Tod existiert, werden Menschen immer wieder in den Ozean des Leids hineinfallen, es sei denn, sie üben die Tugend der Gnade und des Mitgefühl für andere.

Der Erhabene gab den Eltern weitere freundliche und weise Worte mit auf den Weg und hinterließ sie glücklich und zufrieden.


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Neben der "Gedenktafel" gibt es ein kleines Heiligtum, in dem Govinda sechs Butterlampen kauft und sie mir schenkt. Die werde ich mit nach Hause nehmen und mich gerne an diesen Tag erinnern.

Ein kleines Stück Weg weiter befinden wir uns in der alten Klosteranlage. Sie gleicht aber leider mehr einer Baustelle als einem Ort, an dem gebetet und meditiert wird. Fast habe ich den Eindruck, als wolle man diese alte Anlage bewusst verfallen lassen. Schade drum.

   

Wir sitzen solange wie möglich draußen – als es zu kühl wird, das Resort liegt auf 1.900m Höhe, verziehen wir uns in das Restaurant. Doch was ist das?
Die Stühle sind sehr gewöhnungsbedürftig! Eigentlich sind es mehr Sessel, die aber nur sehr kurze Beine haben, die Sitzfläche ist fast auf Bodenniveau. Natürlich ist der Esstisch der Höhe der Sitzmöbel angepasst.

Was zunächst sehr schön aussieht, ist in der Praxis aber sehr unpraktikabel. Längeres Sitzen verursacht – zumindest bei mir – Rückenschmerzen und auch mit meinen Beinen weiß ich nicht so recht, wo ich hinsoll.

Na ja Herr Architekt, wenn das auch eine deiner Ideen war, dann war das keine Gute. Zumindest nicht für meine Begriffe. Indes – als ich später in mein Bett klettere, finde ich es sehr angenehm. Soviel Platz zum Schlafen hatte ich in Nepal noch nie!


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16.10. 2009 Namo Buddha – Kathmandu
Ich stehe gerne früh auf (ja, auch zuhause) und so macht es mir nichts aus um 5.15 Uhr aus dem Bett zu kriechen. Denn gegen 5.45 Uhr soll die Sonne aufgehen. Da man vom Vorplatz des Restaurants einen schönen Blick auf den Ganesh- und Langtang Himal hat, will ich mir das "Sunrise – Spektakel" nicht entgehen lassen. Govinda gesellt sich zu mir – er hält seinen mornig tea, ich meinen morning coffee in den Händen und gemeinsam warten wir auf das Er-scheinen Suryas – des Sonnengottes.

Gegen 7 Uhr sehe (und höre) ich den ersten Flieger, der nach Lukla unterwegs ist. Ich denke an die Trekkerinnen und Trekker im Flieger und wünsche ihnen viel Glück auf ihrem Weg.

Heute sollte es per Bus zurück nach Kathmandu – dachten wir zumindest. Zwei Stunden laufen, immer schön bergab; das waren die Zeitangaben meines nepalesischen Bruders. Entweder, so Govinda, der es auch nicht genau wusste, fährt ein Bus direkt nach Kathmandu oder aber der Bus fährt nach Dulikhel. Von dort aus würden wir dann mit dem Auto weiterfahren. Kurzfristig kommt mir die Idee, auch noch Bakthapur einen Besuch ab zu statten. Die zwei Stunden entpuppten sich dann als 70 Minuten (ja, ja, die Nepalis und ihre Zeitangaben).
Um kurz nach 9 Uhr sind wir an der Kavre Vanjayang Busstation.

Auch hier gibt’s keine verlässlichen Angaben, wann der nächste Bus kommt – macht ja auch nix – wir warten einfach. Als nach 30 Minuten einer der typischen Tata – Busse angeschaukelt kommt, ist er dermaßen überfüllt, dass keine Maus mehr reinpasst! Wie war das noch? Ach ja, es ist Tihar und in zwei Tagen wird Bhai Tikka gefeiert. Kein Wunder, dass ganz Nepal ausgerechnet in dem Bus versammelt ist, den wir auch nehmen wollten. OK – warten wir auf eine zweite Chance. Aber auch das nächste Gefährt ist proppevoll – keine Möglichkeit mitzufahren.
Govinda ist Pragmatiker. Kurzerhand zückt er sein Handy und bestellt ein Auto aus Kathmandu. Dass das Taxi ca. 1,5 Stunden braucht bis es bei uns ist, stört ihn nicht im Geringsten. Mich auch nicht und so laufen wir ein Stück die Straße entlang bis wir zur nächsten Teebude kommen. Genau das sind die Erlebnisse, die ich in Nepal so liebe! Kein "normaler" Gruppentouri käme in den Genuss einer solchen Situation.
Am Teehaus angekommen ruft Govinda nochmals den Taxi-menschen an und sagt ihm, wo wir zu finden sind – die Wartezeit verbringen wir im Smalltalk mit der Teebudenbesitzerin und ihrer Tochter.

Das Taxi ist da, wir klettern hinein und ab geht die Fahrt zurück nach Kathmandu. Die Straßenarbeiter und ihre Maschinen sorgen immer noch für "Wüstenverhältnisse". Der feine gelbe Staub kriecht durch alle Ritzen ins Innere des Autos. Den angedachten Zwischenstopp in Bakthapur canceln wir.

16.10. 2009 - Galkopakha - nachmittags
Nachmittags im Office. Chabbi und Dev schauen vorbei, auch Hari ist mittlerweile wieder vor Ort. Büromanager Prasanta sortiert Flugticktes, Passkopien und TIMS–Formulare – die Agentur hat gut zu tun in diesem Herbst.

Besonders freut mich, dass auch Karma anwesend ist. Er war mir uns als Koch und "bester Kartoffel–Bräter der Welt" 2007 unterwegs auf dem Trek zum Rara–See.

Ich checke noch schnell meine E-Mails und mache mich dann auf den Weg ins Hotel. Morgen Mittag wollen wir nach Kirtipur fahren.





 
 
 
 
 
 
 
 

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17.10. 2009 – Kathmandu – Kirtipur
Vier Uhr nachmittags wird es dann doch, bis wir nach Kirtipur aufbrechen können.
Eine gute halbe Stunde Fahrt braucht es, bis ich im netten "Hill Side Hotel" Quartier beziehe.
Hier bin ich 2006 schon einmal gewesen.
Vom Balkon des Hotels habe ich im Abendlicht einen schönen Blick auf die Gaurishankar Range.

Die Nepalis sind sich nicht einig, wann denn nun Bhai Tikka und Newar New Year gefeiert werden soll. Die Newaris wollen die Festlichkeiten am 19.10. und heute Laxmi Puja feiern. Die anderen ethnischen Gruppen möchten es genau umgekehrt machen. Selbst Govinda und Prasanta blicken da nicht durch.

Da wir ja nun in Kirtipur sind, halten wir uns an das, was die Newaris wollen und feiern mit ihnen am 19ten – also übermorgen das Newar New Year. Entgegen unseres ersten Planes bleiben wir also für zwei Nächte. Mir ist das ganz recht, denn in Kathmandu ist es heiß, laut und voller Smog.
Dieses Gespräch, in das wir auch den Eigentümer des Hotels mit einbeziehen, führen wir auf dem Balkon des Hotels, von dem aus man einen tollen Blick auf das mittlerweile hell erleuchtete Kathmandu hat.
Ich mache einige Aufnahmen und hoffe, dass sie gut geworden sind.

 

Es ist ja ein seltsamer Drang des modernen Menschen solche Augenblicke und Motive immer wieder mit der Kamera festhalten zu wollen. Meistens verpasst man dann die Magie des Augenblicks. Also beherrsche ich mich und genieße das Lichtermeer auf die herkömmliche Art – mit meinen Augen.
Dabei wandern meine Gedanken immer wieder zu meinen Lieben zuhause – wenn sie das sehen könnten!

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18.10. 2009 – Kirtipur und Chobar
Gut schmeckt er und macht überdies die Lebensgeister wach – der "black coffee", den ich auf der Terrasse des Hotels trinke. Ich bin schon seit gut einer Stunde aus den Federn, denn von der oberen Dachterrasse kann man bei klarer Sicht schöne Blicke auf den Manaslu erhaschen.

 

Langsam aber sicher wird die Dunstglocke über Kathmandu sichtbar. Nur der Hügel, auf dem das Swayambunath Heiligtum steht, bleibt von dem "modernen Nebel" verschont.

Es ist schon recht warm – ein T-Shirt reicht; wie meine Frau Britt mir gestern am Telefon erzählte, hatte es bei uns zuhause des Nachts schon Minusgrade. Das wäre was für sie – morgens um 7.30 Uhr im T-Shirt draußen zu frühstücken. Gegen halb zwölf machen wir uns auf den Weg nach Chobar. An der Bagmati Brigde halten wir an und besichtigen den Jal Binayak Tempel (15. Jhd.); dieser Tempel ist Ganesh geweiht. Unterhalb des Tempels fließt der Bagmati aus der berühmten Chobar Schlucht – leider sind (auch hier) die Ufer des als heilig geltenden Flusses total vermüllt! Gegenüber des Tempels ist eine recht neue Anlage, der "Manjushree Park" entstanden. Wir zahlen unsere 100 Rupees Eintritt und spazieren zum Eingang der Schlucht.

Folgendes wird sich über die Entstehungsgeschichte der Schlucht erzählt:
Vor langer Zeit war das Kathmandutal ein großer See. Nur der Hügel, auf dem jetzt das Swayambunath Heiligtum steht, schaute als kleine Insel aus dem See hervor. Manjushree (so erzählen die Buddhisten die Geschichte), bzw. Krishna (das ist dann die hinduistische Version) nahm ein großes Schwert und schlug damit die Chobar Schlucht. Das Wasser konnte abfließen und so entstand das Kathmandutal.

In diesem Zusammenhang erzählt mir Govinda auch, wie der Name NEPAL entstanden ist:
Nachdem Manjushree (Krishna) das Tal von den Wassermassen befreit hatte, kam ein weiser Mann namens NE. Er meditierte auf einem Hügel oberhalb des Tales und beschützte es. Beschützen heißt im nepalesischen PAL. NE beschützt = NE PAL.

 

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    Chobar Schlucht
 
Jal Binayak Tempel    

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Wir klettern die Treppen, die in die Chobar Schlucht gebaut sind, runter und rauf und finden uns schließlich oberhalb der Schlucht wieder. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Lalitpur (Patan).
An diesem Aussichtspunkt wartet das Auto – wir fahren weiter nach Chobar.

Die Bauweise der Häuser in dem Ort verrät die newarische Herkunft.
Ein buddhistisches Kloster und der Adinath Tempel laden zur Besichtigung ein.
Jedes Paar "opfert" vor der Hochzeit ein paar Teller, Kessel oder Töpfe, um so für eine gute Ehe zu bitten. Das erklärt, warum der Adinath Tempel und die angrenzenden Häuser über und über mit eben diesen Tellern, Kesseln und Töpfen behängt ist (sind). In einer guten Stunde, wandern wir durch ländliche Landschaften zurück nach Kirtipur.

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19.10. 2009 – Newar New Year – Kirtipur

Um acht Uhr morgens sind wir schon in der Stadt unterwegs. Heute findet der große Umzug statt, mit dem das neue Newar Jahr begrüßt wird.

Ich genieße die Sonne, die Stimmung und die traditionelle Musik. Nach gut 2,5 Stunden haben Govinda und ich genug vom Umzug gesehen und fahren zurück nach Kathmandu, Klaus will noch ein wenig bleiben.

jetzt das Fotoalbum: Kirtipur anschauen

 

20.10. 2009 Parphing – Daksinkali
Wir sind in Parphing, dem Newar Städtchen, welches ca. 25 km südlich von Kathmandu liegt.
Das "Daksinkali Village Resort" zeichnet sich durch einen wunderschönen Garten aus, in dem mehrere kleine, überdachte Pagoden zum Verweilen einladen. Die Zimmer sind ebenfalls sehr schön! Wirklich empfehlenswert.

In 20 Minuten wandern wir die Straße entlang zum Daksinkali Tempel. Hier finden, hauptsächlich an Dienstagen und Samstagen, die rituellen Tieropfer statt. Bevor wir über Treppen zum eigentlichen Tempel der Kali gelangen, bewundern wir die bunten Auslagen der "Einkaufsmeile", die oberhalb des Heiligtums aus den üblichen Marktständen aufgebaut ist. Obst, Bohnen, Linsen, Chilli – aber auch viel bunte Bänder, Götterbildnisse und Tikka-Farben werden zum Verkauf angeboten.

Vom Daksinkalitempel geht’s über einen Serpentinenweg hinauf zum Mata Tempel. Wie Govinda erzählt, ist der gesamte Bezirk vor 595 Jahren – also um das Jahr 1414 rum – erbaut worden. Nachdem ich am Mata Tempel einige Räucherstäbchen geopfert habe, führt uns der Weg zurück in unser Resort.

Es gibt eine Vielzahl von buddhistischen Klöstern rund um Parphing; zwei davon möchten wir gerne besuchen. Um dorthin zu gelangen, müssen wir mitten durch den Ort laufen. Aber oh je! Während meiner Nepaltouren habe ich ja schon viel gesehen, eine solch verdreckte Stadt wie Parphing ist mir dabei noch nicht untergekommen. Es ist in der Tat so, als würde ich über eine Müllkippe laufen. Unglaublich und nicht zu fassen, dass die Bewohner offensichtlich nicht das geringste Interesse haben, ihren Ort, ihre Heimatstadt, auch nur annähernd sauber zu halten.

Sehr schade – gerade angesichts der in örtlicher Nähe liegenden Klöster! Die wiederum sind sauber und adrett. Die Klöster sind fast alle neueren Baudatums. Einige von ihnen stehen noch keine 20 Jahre.

Am Nachmittag sind wir zurück im Resort. Relaxen ist angesagt. Dampfender Tee steht auf dem Tisch, ein paar Cookies gibt’s auch dazu, die Sonne scheint und wehmütig denke ich daran, dass ich in drei Tagen nach Hause muss.

Große grüne Sittiche fliegen in Schwärmen am blauen Himmel. Eine alte Frau pflockt ihre Kuh an einer anderen Stelle der Wiese an. Frieden liegt über dem Land.
Am Abend treffe ich im Diningroom zwei nepalesische Ehepaare, die aus Manang stammen und auf Rundreise durch das Kathmandutal sind. Sie sind erfreut, als ich ihnen erzähle, dass ich vor vier Jahren ihr Heimatdorf besucht habe ( Annapurna Round 2006).

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21. und 22.10. 2009 – Kathmandu
Die beiden letzten Tage vergehen – wie immer – im Flug.
Klaus hat am 22ten seinen Termin in der CIVIC Klinik, um seinen Arm untersuchen zu lassen.
Leider rät ihm der Arzt von einem weiteren Trek ab. Also wird auch Klaus früher nach Hause fliegen.
Er kann seinen Flug auf den 23ten abends umbuchen. 

Am 23.10. stehe ich mit Govinda und Prasanta in der Schlange am Tribhuvan Airport und warte darauf, dass
ich mein Gepäck einchecken kann. "Pheri bhetaaula", "Auf Wiedersehen" rufe ich den beiden Freunden zu.
Ich werde sie erst im Herbst 2010 wieder sehen. Aber dank Telefon und E-Mail bleiben wir natürlich in Kontakt.

Mit gemischten Gefühlen suche ich mir meinen Platz im Flugzeug. Um 9.45Uhr soll der Flieger der Qatar nach Doha starten; Ankunft dort um 12.00 Uhr und Weiterflug nach Frankfurt um 12.55 Uhr.

Bei der Umbuchung habe ich innerlich ein wenig gejubelt. So gut wie kein (langer) Aufenthalt in Doha!
Ich hatte es mir so schön ausgemalt…
Frühstücken in Kathmandu - Abendessen zuhause in Deutschland.

Aber alles kam anders.

Die Maschine startet mit 45 Minuten Verspätung vom Kathmanduer Flughafen – der Luftraum war (angeblich) überlastet. Um 13.05 Uhr Doha Zeit landen wir – immer noch guter Hoffnung, dass die Frankfurter Maschine auf uns wartet (natürlich bin ich nicht der einzige, der nach Frankfurt will).

Aber denkste! Die Qatar hält es nicht für nötig auf uns zu warten – die Maschine ist weg.

Was nun? Großer Auflauf am Schalter der Qatar in Doha. Jemand nimmt unsere Reisepässe und die Bordkarten und düst los – quer durch die Flughafenhalle. Wir düsen natürlich alle hinterher – wo will er mit unseren Pässen hin? Letztendlich sagt man uns, dass wir mit der nächsten Maschine, auch die wartet schon auf uns – nach Berlin–Tegel fliegen müssen. Das darf doch nicht wahr sein!

Was soll ich machen? Eine Alternative gibt es nicht. Zum Glück treffe ich in diesem Flieger Gritt und Rene, ein bekanntes Ehepaar, die nach Rostock müssen. Sie können mir zumindest erklären, wie ich von Tegel zum HBF der Hauptstadt komme (Vielen lieben Dank noch mal an euch beide).

Kaum aus dem Flieger raus, rufe ich meinen ältesten Sohn Jonas an. Er sucht mir ratz fatz eine Zugverbindung von Berlin nach Essen. Der ICE fährt um 21.05 Uhr ab – ich habe also noch gut 1,5 Stunden Zeit. Den ICE bekomme ich dann, mein Rail und Fly Ticket gilt auch auf dieser Strecke und nachts – oder besser frühmorgens um 01.20 Uhr bin ich in Essen.
Dort treffen sich zwei müde, aber glückliche Menschen und schließen sich in die Arme.

[Last but not least 1000Dank an meine liebe Frau für das Korrektur lesen dieses Berichtes]

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